Steine aus Mauer gerissen

Obernburgverein enttäuscht: Vandalen schädigen Gudensberger Burg

Die Obernburg in Gudensberg soll umfassend erneuert werden – nun waren dort Vandalen unterwegs.
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Die Obernburg in Gudensberg soll umfassend erneuert werden – nun waren dort Vandalen unterwegs.

Frustriert und verärgert sind die Mitglieder des Obernburgvereins in Gudensberg. Die Burg ist in den vergangenen Tagen wiederholt von Vandalen beschädigt worden.

Für die Vereinsmitglieder rund um Wolfgang Döring, Kurt Sprenger und Martina Sprenger ein Rückschlag. Denn der Verein hat schon ungezählte Stunden mit der Aufwertung der Burg verbracht.

Besonders besorgniserregend: Die Vandalen haben Mauersteine der Burg abgerissen und diese vom Berg geworfen. Anwohner hätten die Polizei alarmiert. „Wer weiß, was noch alles hätte passieren können“, sagt Wolfgang Döring vom Verein.

All das muss nun wieder aufgebaut werden. Auch den Zaun haben die unbekannten Täter an mehreren Stellen zerstört. Mit den herausgerissenen Steinen der rekonstruierten Mauer des vormaligen Burgmannenhauses bewarfen sie zudem einen Strahler.

Dabei ist Vandalismus nichts Neues an der Obernburg, beklagt Döring. „Das ist schon mehrfach vorgekommen“, sagt er. Auch als dort eine Baufirma zugange war, hatten Unbekannte Werkzeuge entwendet und runtergeschmissen, erinnert sich Döring. „Das ist frustrierend. Die einen bauen alles liebe- und mühevoll auf, und die anderen zerstören alles“, sagt Döring. Für die Vereinsmitglieder, zu denen etwa 150 Menschen zählen, stehen nun erneut Aufräumarbeiten an der Burg an. Auch unklar ist, ob bald wieder Schafe des Landhofs Heyner auf den steilen Hängen des Gudensberger Schlossberges grasen. Sie sollen dabei helfen, die Vegetation des historischen Ortes niedrig zu halten. Ob die beschädigten Zäune und Pfosten rechtzeitig wieder instandgesetzt werden können, ist noch ungewiss.

Die Schadenssumme ist nicht bekannt. Dennoch hoffe der Verein, dass die Menschen achtsamer werden, „falls es erneut zu solchen Handlungen kommt.“

Kurt Sprenger vom Obernburgverein zeigt eine zerstörte Zaunanlage. Die Fundamente wurden aus dem Boden gerissen.

Die Polizei in Fritzlar hat die Ermittlungen aufgenommen. Nun wolle der Verein mit der Stadt überlegen, was künftig gegen Vandalismus an der Obernburg helfen könnte. Schließlich soll diese umfassend neu gestaltet werden. Sie ist Teil des Stadtentwicklungsprogrammes Gudensberg 2030.

So soll der steile Weg zur Ruine befestigt werden. Auch der Gefangenenturm soll einen Zugang erhalten und die Infrastruktur auf der Obernburg soll möglichst ausgebaut werden, damit sie für Veranstaltungen genutzt und als touristische Ziel angesteuert werden kann. Der erste Entwurf soll in Kürze vorliegen. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Stadt auf knapp eine halbe Million Euro.  

Von Linett Hanert

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