Hochwasser in Maden 

Trotz neuen Gitters: Wieder Hochwasser in Maden

Sollte eigentlich schützen: Das Gitter am Goldbach in Maden, doch verfingen sich in Folge des Starkregens Äste darin und es kam zur Überschwemmung. Fotos: Lars Völske/nh/Stadt Gudensberg

Wieder Hochwasser nach Starkregen im Gudensberger Stadtteil Maden. Zuletzt waren die Anwohner im September 2019 sauer darüber, dass innerhalb weniger Wochen der sonst harmlose Goldbach die Straße überflutete und Keller volliefen.

Darauf hat die Stadt reagiert und nach Absprache mit der Unteren Wasserbehörde ein neues Einlaufgitter am Eingang der Verrohrung des Goldbaches angebracht. Damit sollte es bei starkem Regen zu einem geringeren Rückstau kommen – soweit die Hoffnung. Am Sonntag wurde klar, dass diese Lösung nicht optimal ist. Es wurden zwar keine Keller überflutet, dafür kam es aber zu Hochwasser auf der Straße.

„Die Stimmung in Maden ist nicht so gut“, sagt Ortsvorsteher Michael Sonnenschein. Er hoffe aber darauf, dass man gemeinsam mit der Stadt eine Lösung findet.

In der Mitte von Maden gab es wieder Überschwemmungen 

„Die bauliche Veränderung ist keine nachhaltige Lösung, das hat sich jetzt gezeigt“, sagt Bürgermeister Frank Börner. Grund dafür: Es sei in der Ortsmitte von Maden erneut zu starken Überschwemmungen gekommen, weil vom Bach mitgerissenes Treibgut den Einlauf blockiert habe und sich das Wasser somit auf Straßen und Grundstücken staute.

Doch wie konnte es dazu kommen? Schließlich wurde doch das vorhandene Gitter durch eines ersetzt, dass dafür sorgen sollte, dass das Treibgut nach oben geschoben und die Wassermengen so vom Einlauf hätten aufgenommen werden können. Die Wasserbehörde habe eine solche Lösung vorgeschlagen und die Genehmigung erteilt, so Börner. Am Sonntag blieb dann allerdings ein Teil des Treibgutes bereits im vorderen Bereich des Rechens hängen – die Wassermassen stauten sich.

Grundproblem: Goldbach 

„Diesmal waren wir nicht so stark betroffen, weil viele Anlieger ihre Grundstücke schon baulich optimiert haben“, sagt der Ortsvorsteher. Doch das ändere nichts am Grundproblem, dass der Goldbach wieder über die Ufer getreten ist. Sonnenschein schlägt vor, dass nun vor allem erstmal dafür gesorgt werden müsse, das Totholz an der Schlucht vor Maden zu entfernen. Dabei gehe es nicht darum, den Baumbestand wegzunehmen, sondern konsequent das schon am Boden liegende Holz zu entfernen. Denn das werde bei Starkregen angeschwemmt und sorge für Verstopfungen – wie am Sonntag geschehen.

Stadt hat ein Grundstück gekauft 

„Die Gudensberger Feuerwehren und der städtische Bauhof räumten den Einlauf frei und öffneten Straßengullys, damit das Wasser abfließen konnte“, erklärt Börner. Er war auch Sonntagabend in Maden, um mit den betroffenen Anliegern zu sprechen und sich ein Bild von der Lage zu machen. Börner kündigte an, sich am Donnerstag mit den Fachbehörden zu treffen, um für eine weitere technische Optimierung zu sorgen. Zugleich dankte er den Einsatzkräften und lobte zudem ausdrücklich die Madener Anlieger, die weitsichtig gehandelt und ihre Häuser mit Bohlen geschützt hätten. „Dadurch stand diesmal kein Keller unter Wasser“, sagt Börner im HNA-Gespräch.

Um für langfristigen Hochwasserschutz zu sorgen, hat die Stadt ein Grundstück gekauft, das zusätzlich zur Regenrückhaltung des Goldbachs dienen soll. „Die Planungen für die Umsetzung laufen bereits“, so Börner.

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