Straßenwärter trainieren im Sicherheitsparcours

Sie sind auf Sicherheit bedacht (von links): Thomas Batzke, Holger Niehoff, Maik Dreßler und Jens Kramer. Foto: Heinz

Gudensberg. „Der Lkw kommt näher. Schaffen Sie es, den Kanister von der Straße zu holen?", fragt Thomas Batzke in die Runde.

Auf einem Bildschirm zeigt er den Kursteilnehmern beim Sicherheitsparcours in Gudensberg eine befahrene Autobahn. Die müssen jetzt einschätzen, wie schnell sich der Lkw nähert und wie lange sie brauchen, um von der Fahrbahn wieder zurück zum Baustellenfahrzeug zu kommen.

„Es geht um Sekunden, wie jeden Tag auf der Straße. Durchschnittlich hat ein Arbeiter sechs Sekunden, um aus dem Fahrzeug auszusteigen“, erklärt Batzke. Dabei müssen die Straßenwärter immer den laufenden Verkehr im Blick behalten. Eine falsche Entscheidung kann sie das Leben kosten. Der Druck ist groß, die Gefahr allgegenwärtig. Beinah täglich werden die Arbeiter mit Situationen konfrontiert, die sehr belastend sind. Unfälle gehören dazu. „Wenn wir vor der Polizei an einer Unfallstelle sind, stehen wir immer wieder vor der Entscheidung, ob und wie wir die Straße sichern können“, sagt Maik Dreßler.

Teamarbeit ist dabei wichtig: Ein Kollege behält den Verkehr im Auge und kann so rechtzeitig warnen, wenn Gefahr droht. Im Parcours wird auch der Sprung über die Schutzplanke geübt - der kann lebensrettend sein. Bei den 35 Baustellen, die es in diesem Jahr im Landkreis gibt, kommt das immer wieder vor.

„Viele Autofahrer nehmen auf uns überhaupt keine Rücksicht. Es passieren immer wieder Unfälle, weil Autos zu schnell in der Baustelle sind“, sagt Holger Niehoff. Ihm selbst sei in 25 Arbeitsjahren nichts passiert.

Häufig kommt es bei Arbeiten in Baustellen zu Verletzungen, weshalb auch das ein Thema in der Schulung ist. „Auch das Abspringen von der untersten Lkw-Stufe ist nicht ungefährlich: Hier können komplizierte Brüche entstehen“, sagt Batzke.

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