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Freier Eintritt für Alle: Gudensberg beschließt, Terrano-Naturbad ab Donnerstag kostenlos zu öffnen

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Von: Cora Zinn

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen und Wasser zu sehen.
Ein Bild aus alten Zeiten: 2014 hatten viele Terrano-Naturbadbesucher eine Menge Spaß beim Arschbombencontest. Archivfoto: Peter Büchling © Peter Büchling

Ab Donnerstag, 7. Juli, darf jeder kostenlos ins Terrano-Naturbad nach Gudensberg kommen.

Gudensberg – Das ist eine Entscheidung, wie es sie bislang im Landkreis noch nicht gab: Alle Menschen können ab Donnerstag, 7. Juli, kostenfrei ins Terrano-Naturbad in Gudensberg gehen. Das haben die Stadtverordneten aus Gudensberg am Donnerstag beschlossen. Dabei ist es völlig egal, welches Alter, welchen Wohnort oder welche Nationalität man hat.

Den Antrag auf freien Eintritt für Alle stellte Bürgermeisterin Sina Best (HNA berichtete). Sie wolle damit vor allem gegen den Trend der Pools im heimischen Garten wirken, der dem Klima schade: „Alle sollen das Angebot des Naturbades in Gudensberg annehmen und nicht ihre Pools im Garten mit Trinkwasser füllen.“ Best betonte, es sei fatal, immer knapper werdendes Trinkwasser mit Chlor zu mischen und dann darin zu planschen. Da würde das Naturbad doch besser in eine klimafreundliche Zeit passen.

Terrano-Naturbad in Gudensberg hat Platz für 750 Menschen

Best teilte mit, dass das Naturbad Platz für etwa 750 Besucher habe. Falls an einem heißen Sommertag mal mehr als 750 Besucher kommen sollten, müsse der Magistrat reagieren. Mit einer ständig aktualisierten Besucherzahl auf der Webseite der Stadt will die Rathauschefin aber die potenziellen Badegäste informieren, um solch eine Situation zu verhindern. „Mir ist es sehr wichtig, den freien Eintritt nicht nur Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, sondern auch ganzen Familien, Senioren und sozial Schwächeren“, sagt Best.

Zeitgleich hatten die FWG und die Bürgerliste einen Antrag eingereicht, der allerdings nur kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche während der Sommerferien beinhaltete.

Nur knappe Entscheidung: Von 23 anwesenden Stadtverordneten waren 12 für den freien Eintritt für Alle

Die zwei Fraktionen stimmten gegen den Antrag der Bürgermeisterin. Somit fiel die Abstimmung äußerst knapp aus: Von 23 anwesenden Stadtverordneten stimmten zwölf für den Antrag, zehn dagegen, auch eine Enthaltung gab es. Den freien Eintritt für Alle untermauert Best auch mit den Gebühreneinnahmen für das Bad aus dem Jahr 2019 – also vor der Corona-Pandemie.

Diese betrugen 15 000 Euro. Da zurzeit das Hallenbad saniert und somit dort Betriebskosten eingespart würden, würde diese Summe die nun entstehenden Mindereinnahmen durch den freien Eintritt ins Freibad kompensieren. Julian Brand (SPD) verdeutlichte, dass der Beschluss ein Signal für eine familienfreundliche Kommune sei: „Die gesamte Familie soll von diesem Angebot profitieren.“ Somit könnten auch ukrainische Flüchtlinge, die eventuell noch keine Papiere erhalten hätten, ohne Einlasskontrolle das Bad besuchen. Aber eben nicht nur sie – tatsächlich: alle Menschen.

FWG stimmte Bests Antrag nicht zu, weil sie vor allem Kinder und Jugendlichen freien Eintritt gewähren will

Auch aus der CDU gab es Zuspruch für den Beschlussvorschlag. Tom Sohl sprach von Erinnerungen an Sommer, Sonne, Spaß und Hippie-Brötchen, die man mit einem Freibadbesuch verbinde. Allerdings frage er sich, ob der freie Eintritt nicht ein zu großes Loch im städtischen Haushalt verursache.

Für Marcus Erler (FWG) sollten vor allem die Kinder und Jugendlichen im Fokus stehen. Anja Weber, ebenfalls FWG, machte deutlich, dass sie sich der sechs Millionen Euro teuren Sanierung des Hallenbades bewusst seien. „Dennoch hatten wir bislang zu wenig Jugendliche im Naturbad.“

Mit dem freien Eintritt erhoffe sie sich, dass junge Erwachsene vom hohen Medienkonsum Abstand nehmen würden und stattdessen ins Freibad kämen. Deshalb stimmte die gesamte FWG auch nur für ihren Antrag ab, Kindern und Jugendlichen freien Eintritt zu ermöglichen. Beim Antrag von Bürgermeisterin Best stimmten sie einstimmig dagegen, weil dieser eben nicht nur diese Altersgruppe betreffe. (Cora Zinn)

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