Keine Zusammenarbeit mit Helfern

Viehmarkt Gudensberg 2017: Heimatfest-Team fühlt sich von Stadt abgehängt

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Wird sich bald auflösen: das Team Viehmarkt, das im vergangenen Jahr angetreten war, das Heimatfest zu retten.

Gudensberg. Viehmarkt Gudensberg im Visier: Das traditionsreiche Gudensberger Heimatfest, als Viehmarkt bekannt, wird es wohl weiterhin geben – allerdings ohne das ehrenamtliche „Team Viehmarkt“.

Dieses Team besteht aus Gudensberger Einwohnern. Die Gruppe hatte sich schon 2016 die Rettung des gefährdeten Festes auf die Fahnen geschrieben. 

Das hatte vergangenes Jahr auch geklappt: Das abgespeckte Fest ohne großen Rummelplatz lief Anfang September und kam bei den Besuchern an. Die Resonanz auf das neu gestaltete Programm war positiv, das berichteten wir auch in unserer Zeitung mit einem Artikel unter dem Titel. Viehmarkt Gudensberg: Suche nach neuem Konzept für Heimatfest

Viehmarkt Gudensberg: Private Haftung für Risiken?

Auch für 2017 sollte das so sein: Die Aktivisten des Teams Viehmarkt hatten schon viel für den Viehmarkt vorbereitet. Doch jetzt fühlen sie sich von der Stadtverwaltung abgehängt und ausgebootet. „Wir haben im Dezember plötzlich die Auflage bekommen, alle Verträge, auch mit dem Festwirt, selbst abzuschließen“, sagt Team-Vorsitzende Yvonne Ruppert. Die Stadt habe etwa gefordert, dass es keine roten Zahlen geben dürfe und man eine detaillierte Kostenaufstellung erwarte. 

Es hätte bedeutet, als Veranstalter des Festes auch für mögliche Risiken privat zu haften – „das können wir nicht schaffen“, sagt die Vorsitzende. Folglich habe der Vorstand Anfang Februar angekündigt, dass sich das Team Viehmarkt unter diesen Voraussetzungen an der Organisation nicht beteiligen könne. 

Stadtverwaltung organisiert Viehmarkt wohl wieder selbst

Inzwischen erfuhren sie jedoch, dass die Stadtverwaltung den Viehmarkt offenbar wieder in die eigenen Hände genommen, Festwirte angeschrieben habe. Also doch wieder ein Heimatfest, aber ohne das Team Viehmarkt? „Wir fühlen uns verarscht“, sagt Ilona Finster, deren offener Brief vor einem Jahr den Anschub zur Neuausrichtung des Festes gegeben hatte. Erst hieß es, die Stadt würde das nicht mehr schaffen, jetzt werde das Team einfach abgeschrieben. Offenbar sei keine Kooperation erwünscht.

Team Viehmarkt löst sich auf

„Kultur kann doch nicht alles sein“, kritisiert Monika Heß vom Team Viehmarkt die Schwerpunktsetzung in ihrer Heimatstadt Gudensberg. Für Familien gebe es kaum noch Veranstaltungen, bei denen man gemeinsam feiern könne. Deshalb sei es ihnen wichtig gewesen, für das Heimatfest zu kämpfen. Wie Yvonne Ruppert in einem Gespräch mit Bürgermeister Frank Börner erfuhr, wird es den Viehmarkt 2017 geben, mit Band und Festzelt. 

Warum das Team nicht gefragt wurde? „Ihr löst euch ja eh auf!“ hieß es laut Ruppert. Das Team Viehmarkt wird nun noch an der Kirmes in Obervorschütz teilnehmen und sich dann bei der Jahreshauptversammlung auflösen.

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