Wenn Insekten bedrohlich werden: Bienen- und Wespenfachberater hilft

Gudensberg. Eine surrende Biene oder Wespe über dem Kaffeetisch kann nervig sein. Wenn gleich ein ganzes Nest am Haus oder im Baum hängt, hilft nur ein Fachmann.

So ein Bienen- und Wespenkenner ist Klaus Altena von den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Gudensberg. Er führt sogar einen Titel als Bienen- und Wespenbeauftragter und kommt zu Hilfe, wenn die gerade jetzt wieder aktiv werdenden Insekten lästig geworden sind.

Oft werde die Feuerwehr alarmiert, wenn sich Hornissen, Bienen, Hummeln oder Wespen in der Nähe von oder in Häusern angesiedelt haben, weiß Klaus Altena. Und er kann auch sehr gut nachvollziehen, dass man sich bedroht fühle.

Was er aber nicht nachvollziehen kann, ist, wenn Hauseigentümer die Wespennester zerstören oder die Wespen in den Nestern töten. „Da spielen eine Menge Vorurteile eine Rolle“, sagt er.

Bisher haben besorgte Bürger Rat bei den Verwaltungen, Imkern, Feuerwehren, der Polizei oder den Rettungsleitstellen gesucht, weil sie sich von Hornissen, Wespen, oder was sie dafür gehalten haben, belästigt oder bedroht gefühlt haben. Diese Stellen konnten jedoch selten eine ausreichende Beratung geben.

Da diese Situation für alle Seiten unbefriedigend war, haben die Feuerwehren der Stadt Gudensberg mit Klaus Altena einen ehrenamtlichen Berater an der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar schulen lassen.

Seit über vier Jahren informiert und berät Altena die Bürger über das richtige Verhalten gegenüber den Insekten. Er zeigt Wege auf, wie man mit den Tieren im friedlichen Miteinander leben kann.

Er möchte den besorgten Bürgern die Ängste und Vorurteile nehmen und ihnen klarmachen, dass das Abtöten von Wespen- und Hornissenvölkern oft unnötig, zudem strafbar sei. Unkenntnis der Lebensweise und Verhaltensmuster sei ein Grund.

Wespen stehen nach Bundesnaturschutzgesetz unter Artenschutz, Wildbienen, Hummeln und die Hornissen sogar unter besonderem Artenschutz. Daher darf eine Umsiedlung oder gar Abtötung nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde erfolgen, so Altena. Und das bedeutet: Einige Wespenarten gehören zu den gefährdeten und damit schützenswerten Insekten. Das wisse aber kaum jemand. Sie übernehmen wichtige Funktionen in der Natur.

Die Beratung durch Klaus Altena kann telefonisch, aber auch direkt vor Ort erfolgen. Diese Beratungen sind kostenfrei. Sollten jedoch weitere Maßnahmen erforderlich sein, können hierfür Kosten anfallen. Altenas Wirkungsbereich erstreckt sich nicht nur auf das Gebiet der Stadt Gudensberg. (red/bf)

• Wer Rat und Hilfe benötigt, wende sich an Klaus Altena, Tel. 0 56 03/9 19 08 45; die Leitstelle Schwalm-Eder, Tel. 0 56 81/ 77 55 00; die Untere Naturschutzbehörde Homberg, Tel. 0 56 81/77 56 44.

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