"Magischer Ort"

Gute Adresse für Wanderer: Jausenstation an der Ruine Löwenstein

Helga Jaklin betreibt die Jausenstation an der Ruine Löwenstein: Sie habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt, sagt die 57-Jährige. Foto:  Brandau

Oberurff-Schiffelborn. Manchmal schreiben genau die Dinge Erfolgsgeschichten, an die keiner so recht glauben will. Die Jausenstation an der Ruine Löwenstein ist ein Beispiel dafür.

Zu Beginn noch von vielen mit Skepsis betrachtet, ist das kleine Fachwerkhaus längst ein gute Adresse für Einwohner, Kurgäste und Wanderer.

Pächterin Helga Jaklin ist Frau der ersten Stunde, sie betreibt seit knapp sieben Jahren die Station unterhalb der Ruine Löwenstein. Und das mit anhaltender Begeisterung: „Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt“, sagt die 57-Jährige. Soviel Euphorie legen längst nicht alle an den Tag, wenn es um ihren Job geht.

Doch Helga Jaklin weiß die Vorteile ihrer Arbeit als Wirtin der Jausenstation zu schätzen: „Man wird bestimmt nicht reich dabei - aber ich habe dafür mit vielen netten Menschen zu tun“, sagt sie. Am 1. Mai sind es sieben Jahre, dass sie die Station bewirtschaftet - davon habe sie keinen einzigen Tag bereut. Dabei gibt es bestimmt viele Tage, an denen sie guten Grund dazu hätte: An denen, an denen es in der Jausenstation so dermaßen rund geht, dass die ganze Familie Jaklin einspringen muss.

So wie beispielsweise am 1. Mai, an Himmelfahrt und an Pfingsten. „Da werde ich in jedem Jahr im Wortsinne von den Wanderern überrannt“, sagt Helga Jaklin. Dabei sieht sie allerdings nicht so aus, als würde sie beim Gedanken ans Gedränge leiden, im Gegenteil. „Es macht Spaß, mit so vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt sie.

Sie ist nicht zu übersehen: Die Ruine Löwenstein in Oberurff-Schiffelborn ist weithin sichtbar - und bietet mit der Jausenstation donnerstags und am Wochenende ein lohnendes Ausflugsziel. Foto:  Brandau

Hans-Wernher von Löwenstein ist froh darüber, dass der Betrieb so gut läuft. Er gehört dem Verein der Freunde der Burg Löwenstein an, der die Jausenstation betreibt. Die ist in einem alten Fachwerkhaus untergebracht, das früher an der Repticher Michelbachbrücke stand. Mit Hilfe von Fördergeld aus dem Stadtumbau West wurde das leerstehende Gebäude abgetragen und an der Burg in Oberurff-Schiffelborn wieder aufgebaut. Ein Aufwand, der sich gelohnt habe, ist sich der Repticher sicher: „Damit ist ein wichtiges Stück nordhessischer Geschichte erhalten geblieben“, sagt von Löwenstein. Nicht nur die Jausenstation, auch der nebenstehende Turm sei ein Magnet, der die Wanderer anziehe. „Das ist wirklich ein magischer Ort“, sagt Helga Jaklin.

Wer sich den magischen Ort einmal selbst anschauen möchte: Die Jausenstation ist donnerstags von 14 bis 18, samstags von 12 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. 

Von Claudia Brandau

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