Kasseler Landgericht verurteilte 33-Jährigen zu zwei Jahren und vier Monaten

Haft für Messerattacke in Fritzlar

Fritzlar/Kassel. Zwei Jahre und vier Monate muss der Mann ins Gefängnis, der im vergangenen Juni in Fritzlar einen vermeintlichen Nebenbuhler mit einem Messer attackiert hatte. Das Landgericht Kassel verurteilte den 33-Jährigen am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung.

Vorsitzender Richter Volker Mütze sprach von der „Tat eines eigensüchtigen Menschen“. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann den neuen Partner seiner Ex-Freundin mit mehreren Messerstichen verletzt.

Oberstaatsanwalt Wolfgang Göb war bei Prozessauftakt zunächst davon ausgegangen, dass der Angeklagte erst von seinem Opfer abgelassen hatte, als die Begleiter der Ex-Freundin eingriffen. Doch dann sagten Zeugen aus, der Angreifer habe ohne das Zutun der anderen seine Attacke beendet. Und so sprach Göb in seinem Plädoyer nur noch von gefährlicher Körperverletzung.

Er forderte dafür eine Strafe von anderthalb Jahren, diesem Antrag folgte auch Verteidiger Bernd Pfläging, der im Unterschied zur Staatsanwaltschaft allerdings Bewährung für seinen Mandanten verlangte.

Gericht: Egoistische Motive

Das Gericht stufte die Tat ebenfalls als Körperverletzung ein, doch es lag mit seinem Urteil deutlich über den Anträgen. Richter Mütze begründete diese Entscheidung unter anderem damit, dass außer der Tatsache, dass der Angeklagte nicht vorbestraft war, nichts für ihn sprach. Er habe aus egoistischen Motiven auf einen anderen Menschen eingestochen und ihn dabei mehrfach verletzt. Deshalb sei er als gefährlich einzustufen, die Strafe müsse spürbar sein.

Als Motiv machte Mütze die „egoistische Eifersucht“ des Angeklagten aus. Der hatte seine Freundin im Jahre 2005 kennengelernt. Schon kurz danach, berichtete die junge Frau vor Gericht, gab es Probleme. „Er wollte alles unter Kontrolle haben“, sagte die 19-Jährige im Zeugenstand.

Im April vergangenen Jahres trennte sie sich von ihm, was er nicht verkraftete. Er bombardierte sie mit Telefonanrufen, später verfolgte er sie mit seinem Auto, rammte ihren Wagen und nahm ihr das Handy ab. Für ihn sei die Frau „nur ein Objekt“ gewesen, so die Einschätzung von Richter Mütze.

Plötzlich tauchte der Ex auf

Am Tattag war die 19-Jährige mit Freunden unterwegs gewesen und stand mit ihnen noch vor ihrem Haus, als ihr früherer Lebensgefährte plötzlich auftauchte. Dass der Grund für seine Messerattacke ein Angriff mit einer Eisenstange gewesen sein könnte, wie es der Angeklagte gegenüber dem psychiatrischen Sachverständigen geäußert hatte, dafür fand das Gericht keine Beweise.

„Der Angriff ging ausschließlich von ihm aus“, so Mütze. Von Notwehr könne keine Rede sein, das Ganze sei vorsätzlich passiert: „Er wollte jemanden verletzen.“

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