Wiederholt Nazi-Symbole

Kirche in Hebel: Hakenkreuze im Gesangbuch - Anzeige erstattet

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Sind entrüstet: Pfarrerin Sabine Koch und die Küsterin der Hebeler Kirche, Claudia Gallwitz, mit den von den Hakenkreuzen beschmierten Gesangbüchern.

Hebel. Die Hebeler Pfarrerin Sabine Koch hat nun endgültig die Nase voll: „So geht es nicht weiter.“ Seit einem Jahr werden die Gesangbücher in der Kirche verschandelt. Jemand ritzt die eingeprägten Kreuze auf den roten Buchdeckeln so ein, dass sie wie Hakenkreuze aussehen.

Doch damit nicht genug: In einem Gesangbuch prangt seit dem 4. Advent ein dickes braunes Hakenkreuz mitten im Liedtext, wenn auch die Haken nach links zeigen, statt nach rechts, wie das beim Symbol des Nationalsozialismus der Fall ist.

„Das hat den Ausschlag gegeben, dass wir nun endgültig zur Tat schreiten mussten“, sagte die Pfarrerin. Sie hat nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Für Sabine Koch ist das weit mehr als ein Dumme-Jungen-Streich, zumal sie nicht glaubt, dass ein Jugendlicher dafür verantwortlich ist. Für ihre Konfirmanden hält sie die Hand ins Feuer. „Ich denke nicht, dass es einer von ihnen ist.“ Die jungen Leute haben Liedtexte in Form von Auszügen, sagte sie. Das erste Mal habe man die eingeritzten Kreuze vor etwa einem Jahr durch Zufall entdeckt, erzählt die Küsterin Claudia Gallwitz.

Die Gesangbücher sind in einem Bücherregal in der Kirche gelagert, werden eigens für den Gottesdienst ausgegeben und später wieder eingesammelt. Die Kirche ist außerhalb der Gottesdienste geschlossen. „Es kann also nur während des Gottesdienstes passieren“, sagte sie. Mittlerweile sind 20 Gesangbücher beschädigt.

Die müssen alle ausgetauscht werden. „Wir wollen nicht unter diesem Symbol unseren Gottesdienst halten“, sagte Koch. Das alles macht die Pfarrerin fast schon wütend. „Das macht wirklich etwas mit der Atmosphäre im Gottesdienst“, sagte sie. „Ich verkünde die christliche Botschaft und währenddessen ritzt einer das Symbol des Schreckens in die Bücher“, meinte sie erschrocken.

„Aus dem Christenkreuz wird dieses menschenverachtende Symbol gemacht“, ist sie erbost. Bislang hatte die Gemeinde versucht, das Ganze innerhalb zu lösen.

Der Kirchenvorstand hat die Bücher nach dem Gottesdienst entgegen genommen und auf Schäden hin geprüft. Doch all das nutzte nicht viel.

„Am Volkstrauertag habe ich das ganz offen in meiner Predigt angeprangert, und darum gebeten, das zu unterlassen“, sagte die Pfarrerin. Und dann kam am 4. Advent diese Resonanz.

„Wir haben schon alles versucht und die Menschen im Gottesdienst beobachtet“, sagte die Pfarrerin.

Der Täter müsse vorsichtiger geworden sein. „Es muss einer aus unseren Reihen sein, es gibt keine andere Möglichkeit“, meint die Pfarrerin. Für sie ist das irgendwie auch unheimlich. „Da sitzt einer in unserer Mitte und macht so etwas.“

von Christine Thiery

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