Gute Auftragslage

Handwerk: Coronakrise belebt viele Branchen – Prognosen aber gedämpft

Die Coronakrise hat Handwerkern viele Aufträge beschert.
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Die Coronakrise hat Handwerkern viele Aufträge beschert.

In vielen Branchen des Handwerks liegt der Umsatz des laufenden Jahres trotz Coronakrise höher als im vorigen. Der Blick in die Zukunft ist jedoch weniger rosig.

Das Handwerk bietet sichere Arbeitsplätze: In vielen Branchen liege der Umsatz des laufenden Jahres trotz Coronakrise höher als im vorigen, teilt Wolfgang Scholz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder mit.

Die Auslastung in vielen Betrieben sei gut bis sehr gut, betont Kreishandwerksmeister Frank Michel aus Treysa. Die Coronakrise belebe den Trend, ins eigene Heim zu investieren. So mancher Hauseigentümer nutze das Geld, das er in diesem Jahr für Fernreisen oder andere Freizeitaktivitäten hatte ausgeben wollen, um zu renovieren. Das wirke sich aus: „Die Arbeitsplätze sind sicher, zudem werden weiter Fachkräfte und Auszubildende gesucht“, fasst Frank Michel die aktuelle Lage zusammen.

Frank Michel, Kreishandwerksmeister.

Handwerk betrachtet gesamtwirtschaftliche Lage mit Vorsicht

Von einem Boom will Michel dennoch nicht sprechen, denn das Handwerk betrachte die gesamtwirtschaftliche Lage wegen des zu erwartenden Stellenabbaus in Maschinenbau und Autoindustrie doch eher vorsichtig. Zudem bremsten vor allem gewerbliche Auftraggeber ihre Investitionen. „Wir erwarten einen Rückgang der Kaufkraft und mehr Zurückhaltung in der privaten Nachfrage.“

Von der öffentlichen Hand sei keine Hilfe zu erwarten, denn nach großzügigen Zuschüssen und Hilfspaketen kehre wieder Normalität in die Finanzpolitik des Landes und des Bundes ein: Die steigende Verschuldung schränke dann den Handlungsspielraum der öffentlichen Hand weiter ein. Die Kreishandwerkerschaft stelle sich auf Veränderungen ein.

Landkreis bietet Mittelstand gute Betriebsstrukturen

Auch die Agentur für Arbeit blicke „verhalten optimistisch“ nach vorn, sagt deren Geschäftsstellenleiter Rainer Kesper. Der Schwalm-Eder-Kreis biete einen breiten Mittelstand und gute Betriebsstrukturen, das sei hilfreich gewesen, um gut durch die Krise zu kommen. „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen“, so Kesper.

Auch die Zahl der Arbeitslosen nähere sich nur langsam wieder der des Vorjahres an. Aber natürlich sei auf durch die Kurzarbeit und den damit fehlenden vollen Löhnen und Gehältern ein Kaufkraftverlust in der Region entstanden.

Kreishandwerkerschaft wählte neuen Vorstand

Maler- und Lackierermeister Frank Michel aus Treysa bleibt der Kreishandwerksmeister. Die Mitglieder bestätigten den bisherige Vorstand Kreishandwererschaft Schwalm-Eder einstimmig im Amt.

Die stellvertretenden Kreishandwerksmeister bleiben Dipl.-Ing. Frank Dittmar aus Guxhagen und Tischlermeister Jürgen Schenk aus Ziegenhain. Dem Vorstand gehören zudem Bäckermeister Olaf Nolte aus Schwarzenborn, Dachdeckermeister Horst Wagner aus Seigertshausen und Tischlermeister Jens Günther aus Guxhagen an.

Kreishandwerkerschaft: Wolfgang Scholz ist neuer Geschäftsführer

Einstimmig wurde Wolfgang Scholz aus Trutzhain in der Jahreshauptversammlung zum neuen Geschäftsführer gewählt. Er gehört der Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft seit 2008 an und hat nach dem Ausscheiden von Vorgänger Jürgen Altenhof die Geschäfte bereits alleine geführt. Jürgen Altenhof wurde verabschiedet und zum Ehrengeschäftsführer gewählt.

Wolfgang Scholz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Kreishandwerksmeister Frank Michel setzte sich auch mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage auseinander. Die Kreishandwerkerschaft sehe in der Veränderung auch Chancen, wie etwa den starken Trend zur Digitalisierung. Schon vor der Coronakrise habe sie die Vernetzung der Standorte Homberg, Schwalmstadt und Melsungen vorangetrieben: „Wir bekennen uns zu unseren Standorten, sind in der Fläche verwurzelt“, sagt Michel. „Die Digitalisierung eröffnet Chancen für den ländlichen Raum, auch, um Dienstleistungen vor Ort auszubauen“, sagt der neue Geschäftsführer Wolfgang Scholz.

Ehrungen der Kreishandwerkerschaft

Mit der silbernen Ehrennadel der Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften Deutschlands wurde Dachdeckermeister Horst Wagner aus Neukirchen ausgezeichnet. Er ist seit 2006 im Vorstand der Kreishandwerkerschaft und war von 2005 bis 2020 Obermeister der Dachdecker-Innung Kassel.

Mit der goldenen Ehrennadel der Arbeitsgemeinschaft wurde Geschäftsführer im Ruhestand, Jürgen Altenhof, ausgezeichnet. Er hatte im Frühjahr sein 40-jähriges Dienstjubiläum in der Kreishandwerkerschaft gefeiert. Seit 1994 war er in der Geschäftsführung tätig.

Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder

Der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder gehören 1000 Mitgliedsbetriebe aus 19 Innungen an. Sie führt die Innungen und ist Dienstleiterin in den Bereichen Recht, Finanzen, Bildung und Arbeitsschutz. Außerdem bietet sie in Kooperation mit der Handwerkskammer Kassel und den Verbänden Beratungen zu den Themen Existenzgründungen, Betriebsnachfolge und Digitalisierung an. Die Kreishandwerkerschaft sitzt in Homberg und ist unter Tel. 0 56 81/98 81 0 erreichbar

Links: handwerk-schwalm-eder.de

Von Claudia Brandau

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