Handwerk hofft auf Endspurt

Noch 85 freie Ausbildungsstellen im Schwalm-Eder-Kreis

Ein Auszubildender im Schreiner-Handwerk arbeitet an einem Werkstück.
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Ein Auszubildender im Schreiner-Handwerk arbeitet an einem Werkstück. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es noch freie Ausbildungsstellen.

In wenigen Tagen beginnt das Ausbildungsjahr und die Handwerksbetriebe bieten noch 85 freie Ausbildungsplätze sowie 70 Praktikumsmöglichkeiten an.

Schwalm-Eder - „Es fehlt grundsätzlich an Bewerbern, aber auch an geeigneten Bewerbern“, sagt Kreishandwerksmeister Frank Michel (Treysa), mit Blick auf die Zahlen. „Wir hoffen auf einen Endspurt“, erklärt er. Denn wenn weiter so viele Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, sehe es langfristig für das Handwerk düster aus. Die Folge sei, dass sich der bereits bestehende Fachkräftemangel weiter verschärfen würde.

Das bekommen auch die Kunden zu spüren, denn schon jetzt gebe es lange Wartezeiten. „Bei Aufträgen im Außenbereich etwa ein halbes Jahr und im Innenbereich bis zu acht Wochen“, sagt Michel.

Handwerk: Diese Auszubildenden sind besonders gefragt

Besonders gesucht sind Auszubildende als Elektroniker, Anlagenmechaniker, Dachdecker, Tischler oder Metallbauer. Daneben suchen noch weitere Handwerksbetriebe dringend Verstärkung. „Entgegen anderen Wirtschaftsbereichen ist die Auftragslage in den meisten Handwerksberufen gut bis sehr gut“, sagt Frank Michel.

Für den Kreishandwerksmeister ist klar, dass Fachkräfte im Handwerk dauerhaft gefragt bleiben. Auch in Sachen Ausbildungsvergütung und Entlohnung hätten viele Handwerksberufe in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt.

Ausbildungsbeginn ist bis Ende September möglich

Befürchtungen, dass Betriebe wegen des Coronavirus deutlich weniger ausbilden, wie es in anderen Berufsfeldern der Fall ist, sieht Michel nicht: „Corona hat zu starken zeitlichen Verzögerungen geführt, aber bei den bisher erfassten Ausbildungsverträgen liegen wir nur knapp unter dem Vorjahreswert“. Durchschnittlich bilde das Handwerk im Landkreis pro Jahr 1000 junge Leute aus.

Der Beginn der Ausbildung sei nicht an den 1. August gebunden. „Bis Ende September ist der Ausbildungsstart problemlos möglich“, sagt Wolfgang Scholz, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Allerdings sei jede Zeitverzögerung eine unfreiwillige Verkürzung und erschwere letztlich die Ausbildung. Foto: Kreishandwerksmeister

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