Hasel plagt Allergiker: Die Zeit des Leidens beginnt

Leidenszeit für Allergiker beginnt: Mit der Blüte von Hasel, Erle und Birke beginnt für viele das Jucken in der Nase und Brennen in den Augen. Häufig ein Zeichen für den Beginn einer Allergie. Archivfoto: nh

Schwalm-Eder. Wenn es in der Nase juckt, man ständig niesen muss und die Augen brennen, können das schon im Winter Symptome einer Allergie sein.

„Auch wenn man das nicht glauben mag, die ersten Pollen fliegen schon im Dezember“, sagt der Fritzlarer Allergologe, Dr. Baschar Malek.

Als erstes sind die Baumpollen Verursacher der ungeliebten Allergien. Hasel, Erle und Birke führen die Riege an. Sie blühen nacheinander von Dezember bis Mai. Dann beginnt die Gräserpollenblüte. Weizen und Hafer sind Hauptallergene, danach sind es die Kräuterpollen, die den Menschen Probleme machen können. Das alles dauert bis September an. „Bei vielen Menschen gibt es dazu noch Kombinationen mit Allergien auf Hausstaub und Tierhaare“.

Die Therapie richte sich nach den Beschwerden der Patienten. Beeinträchtigen sie das Befinden nicht zu stark, reiche eine Behandlung der Symptome aus. Dazu zählen abschwellende Medikamente und Augentropfen können helfen. Nehmen die Beschwerden zu und dauern über mehrere Wochen an, könnten sie die Gesundheit stark beeinträchtigen und die Leistungsfähigkeit einschränken.

„Ein Problem ist der Etagenwechsel, der sich einstellen kann, wenn man die Allergie sehr lang hat“, sagt Malek. Dann wandere die Krankheit von der Nase in die Bronchien. „Fangen die Symptome mit allergischem Schnupfen an, kann das später in einem chronischen allergischen Asthma münden.“

Spezifiische Therapien 

Dr. Baschar Malek

Um das zu verhindern, empfehlen Allergologen die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Allergie-Impfung oder Hyposensibilisierung genannt. „Das ist die einzig ursächliche Therapie“, sagt Malek. Dem Patienten werden dabei über einen längeren Zeitraum geringe Mengen des auslösenden Allergens gespritzt. Das Immunsystem solle lernen, normal auf den Stoff zu reagieren. Diese Therapie dauere mehrere Jahre und habe gute Aussichten auf Erfolg. Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten schlage die Hyposensibilisierung an. Erfolg sei auch eine Verbesserung der Symptome.

Generell könne man sagen, je jünger der Patient ist, und je kürzer die Zeit der Erkrankung andauert, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Die Prognosen sinken, wenn die Beschwerden schon lange Zeit andauern und der Patient älter ist. Mittlerweile gebe es auch eine Immunisierung mit Tabletten. Diese Therapie sei aber noch nicht so erprobt.

Vor der Therapie steht allerdings die Diagnose. Der Arzt testet die Patienten, um herauszufinden, um welches Allergen es sich handelt. Bei den Blütenpollenallergien könne man oft schon nach dem Pollenkalender einschätzen, worauf der Patient reagiere. Diese Kalender könne man mittlerweile überall im Internet abrufen. Sie geben den Allergikern auch Orientierung über die Blütezeiten. • Dr. Baschar Malek (53), ist Hautarzt und Allergologe. Er praktiziert seit 1996 in Fritzlar, ist verheiratet und hat vier Kinder.

Von Christine Thiery

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