Die Homberger Kantorei gestaltete ein Volkstrauertags-Konzert

Herrlich schwebend

Konzert in der Homberger Stadtkirche: Die Homberger Kantorei mit Orchester, geleitet von Bezirkskantorin Birgit Käfer. Foto: Auerbach

Homberg. Klangvolle Besinnlichkeit herrschte im Chor- und Orchesterkonzert am Volkstrauertag in der Evangelischen Stadtkirche Homberg.

Bezirkskantorin Birgit Käfer stellte die innere Ruhe, den Frieden und den Trost in den Mittelpunkt und wählte dazu ein rein französisches Repertoire und Kompositionen von Gabriel Fauré, Claude Debussy und Louis Vierne. Gemeinsam mit der Homberger Kantorei musizierten zwei Gesangssolisten, eine Harfenistin, ein Organist und ein achtköpfiges Kammerorchester.

Sänger und Musiker gestalteten die Werke in wunderbarer, dynamischer Klangsprache und berührten damit die Herzen der Zuhörer. Gleichzeitig regten sie dazu an, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.

Gleich zu Beginn des Konzerts verschmolzen Musiker und Sänger mit großer Sensibilität in wundervollem filigranem und doch ausdrucksstarkem Schönklang.

Den „Cantique de Jean Racin“ op. 11, einen Lobgesang auf einen französischen Dichter, komponierte Gabriel Fauré im Alter von 19 Jahren. Hannah Pfeiffer ließ, vom warmen Streicherton begleitet, ihre flinken Finger über die 47 Saiten der Konzertharfe gleiten. Sie spielte „Deux danses“ (Zwei Tänze) von Debussy. Ein Stück, das aus einem geistlichen und einem weltlichen Tanz besteht. Arpeggien perlten, Melodien und Akkorde erklangen.

Schimmernder Abendstern

Tillmann Benfer beendete den instrumentalen Konzertteil an der Orgel mit Louis Viernes fantastischem „Étoile du soir“, op. 54 (Der Abendstern). Weiche Klangströme flossen und es schimmerte das Licht des Abendsterns. Faurés „Requiem“ op. 48 bildete den Höhepunkt des Konzerts. Dunkle Hornklänge und ein fahler Chor flehten am Anfang: „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe.“ Doch rasch brachten Sänger und Musiker die Zuversicht des Komponisten zum Ausdruck, dass Gott die Menschen in der Todesstunde sicher führen wird.

Die Gesangssolisten verstärkten die Stimmung mit ihrem warmen Gesang. Rein und hell leuchtete der Mezzosopran von Mechthild Seitz im „Pie Jesu“ (Gütiger Jesus, schenke ihnen Ruhe). Einen schönen Ausdruck verlieh Thomas Oertel-Gormanns seinem Bass im „Hostias“ und im „Libera Me“.

Auch im letzten Satz des Requiems, dem „In Paradisum“, verströmte die Homberger Kantorei herrlich schwebenden, geradezu sphärischen Chorklang. St. Marien war gut besetzt. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Konzertbesucher mit der konzeptionellen Arbeit der Bezirkskantorin und der großartigen Leistung der Sänger und Musiker sehr einverstanden sind.

Von Michael Auerbach

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