Sportler und Sportfunktionäre aus dem Kreis üben Kritik an Winter-WM 2022 in Katar

„Hochkarätiger Blödsinn“

Nichts für den Winter: Autokorsos und Public Viewing während einer WM sind bei Minusgraden kaum denkbar. Foto: Döringer/Archiv

Schwalm-Eder. Bei den Sportlern und Sportfunktionären im Schwalm-Eder-Kreis sorgen diese Pläne für Unverständnis. „Mit einer Weltmeisterschaft im Winter würde man die Spielpläne aller Profi-Ligen enorm durcheinander wirbeln“, sagt Christian Marx, Kreisjugendwart der Fußballer im Landkreis. Er würde es begrüßen, wenn die WM gar in ein anderes Land verlegt werden würde. Auch wenn der Widerstand seitens der Fans und Vereine gegen die Winter-WM groß ist, rechnet er nicht damit, dass die FIFA nachgibt: „Die WM wird wohl so stattfinden.“

Christian Keim, Trainer von Fußball-Hessenligist 1. FC Schwalmstadt, vertritt die gleiche Meinung. „Die FIFA wird sich keine Blöße geben und die WM durchziehen.“ Er selbst ist auch gegen den geplanten Termin im Winter, da dadurch das Spieljahr im Fußball zu stark verzerrt werden würde. Nachteile für die Fans sieht Keim allerdings nicht: „Letzten Endes ist es eine WM wie jede andere auch. Die Stadien werden wohl voll sein, nur der Zeitpunkt ist eben kurios.“

Kreisfußballwart Erwin Naumann kann der Verlegung der Weltmeisterschaft in den Winter nur mit Mühe etwas Positives abgewinnen: „Bleibt man beim Austragungsort Katar, ist es zumindest für die Gesundheit der Spieler besser, im November und Dezember zu spielen.“ Zudem hält er es auch für möglich, dass sich der Termin der WM auch auf die Spielpläne in den Amateurligen auswirkt.

Genug Zeit für Regelungen

Uwe Schröter, Vorsitzender des FC Bayern-Fanclubs „Im Herzen der Schwalm“, kritisiert auch die Tatsache, dass die WM überhaupt an Katar vergeben wurde. „Es ist schon dubios, dass dieses große Turnier in Katar stattfinden soll“, erklärt er. Da die Weltmeisterschaft erst in sieben Jahren ausgetragen wird, hofft Schröter, dass Probleme mit den Spielplänen der Profi-Ligen rechtzeitig geklärt werden: „Die Verantwortlichen haben noch genug Zeit, um Regelungen dafür zu finden.“

Hans-Dieter „Tango“ Diehl aus Schrecksbach, der unter anderem für Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern auf dem Platz stand, hält die WM in Katar für „hochkarätigen Blödsinn“. Auch eine Verlegung des Turniers in den Winter wäre seiner Ansicht nach problematisch. „Im November und Dezember haben Sportarten wie Skifahren und Nordische Kombination Hochsaison. Die rücken dann durch den Fußball komplett in den Hintergrund“, sagt er. Für Sportkreis-Vorstand Ulrich Manthei ist eine Fußball-Weltmeisterschaft zum Jahresende ebenfalls nicht denkbar. „Eine WM stellt den Abschluss einer Saison dar. Das Turnier fand schon immer im Sommer statt und gehört einfach da hin.“

„Leute haben anderes zu tun“

Zudem müssten auch die Fans unter dem geplanten Termin leiden: „In der Vorweihnachtszeit haben die Leute andere Dinge zu tun, als ständig vor dem Fernseher zu sitzen.“

Von Kevin Hildebrand

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