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Hochzeitspforte in Homberg erhält neues Dach – Neue Nutzung noch offen

Alfred Uloth, Albert Hess, Janina Heinemann und Helene Pankratz vor der Hochzeitspforte mit neuem Dach.
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Sorgten für die Umsetzung: von links Alfred Uloth, Albert Hess, Janina Heinemann und Helene Pankratz vor der Hochzeitspforte mit neuem Dach.

Es ist das letzte Wachthaus, das von der ursprünglichen Stadtbefestigung noch übrig ist. Jetzt kann das Hochzeitspförtchen für „mindestens weitere 300 Jahre“ den Weg zur Burg weisen, sagt Architekt Albert Hess.

Homberg – Das Dach der Hochzeitspforte drohte abzurutschen und wurde als erstes Projekt im Programm Wachstum und nachhaltige Erneuerung wieder abgesichert. Am Fachwerk des Bauwerks, das nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, sei kaum etwas zu erneuern gewesen, sagt Architekt Hess.

Dennoch war das Pförtchen in seiner Substanz gefährdet. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wurden die Dächer neu eingedeckt. Sie werden jetzt von Sinterbiberziegel geziert, die bei 1200 Grad gebrannt werden, erklärt Hess.

Bei der Sanierung des Homberger Hochzeitspförtchens hat das Architekturbüro Hess die Originalpläne aus den 1950er-Jahren zugrunde gelegt. Von links die Südansicht, der Schnitt, die Nordansicht vom Schlossberg aus gesehen und rechts die West- und Ostansicht.

Auch eine Dachrinne wurde angebracht. So soll verhindert werden, dass sich im Winter bei Regen eine Eisschicht über den Weg durchs Hochzeitspförtchen legt. Positiver Nebeneffekt: Nachbarn hatten die Blumen am Pförtchen bisher aus ihrer privaten Leitung gegossen. Sie können die Entwässerung der Dachrinne jetzt für die Pflege der Pflanzen nutzen.

Etwa 60 000 Euro waren für das Projekt eingeplant, das die Firma Rothauge und das Statikbüro Heinemann begleiteten. 50 000 kostete es schließlich – etwa 60 bis 70 Prozent davon werden über das Programm Wachstum und nachhaltige Erneuerung gefördert.

Hochzeitspforte Homberg: Instandhaltung ist nur der erste Baustein

Die Instandhaltung der Hochzeitspforte ist der erste Baustein dieses Programms, der nun umgesetzt wurde. Das erklärt sich zum einen durch die Größe des Projekts, zum anderen in der Notwendigkeit zu handeln, erklärt Klimaschutzmanagerin Helene Pankratz. „Es musste gesichert und instand gehalten werden.“

Für Alfred Uloth, der sich in einer der Arbeitsgruppen des Förderprogramms engagiert, war die Sanierung der Hochzeitspforte ein Herzensprojekt. „Seit 30 Jahren kümmere ich mich um die Burg. Immer wenn ich dabei an der Hochzeitspforte vorbei kam, bedauerte ich den jämmerlichen Zustand, in der sie war.“ Er freut sich, dass sich das nun gebessert hat. Denn künftig soll die Hochzeitspforte nicht nur von außen wieder wie neu erscheinen – auch in ihrem Inneren soll sich etwas tun.

Hochzeitspforte Homberg: Ideen sind gefragt

„Die künftige Verwendung wartet auf gute Ideen“, sagt Uloth. Der Homberger kann sich aber schon sehr gut einen Schreiber dort vorstellen, der sich mit Blick über die Stadt mit der Historie Hombergs beschäftigt und zum Beispiel seine Masterarbeit schreibt.

„In Homberg gibt es noch viel zu entdecken“, ist sich Alfred Uloth sicher.

Von Chantal Müller

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