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„Es war der perfekte Markt“

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Von: Claudia Brandau

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Kajsa und Lisabeth Lauffer aus Frielendorf zeigten beim Hoffest „Handgemacht“ in Rückersfeld ihre liebevolle Töpferkunst.
Kajsa und Lisabeth Lauffer aus Frielendorf zeigten beim Hoffest „Handgemacht“ in Rückersfeld ihre liebevolle Töpferkunst. © Claudia Brandau

Der Ansturm war schier unglaublich: Rund 2500 Menschen besuchten am Sonntag das Hoffest „Handgemacht“ in Rückersfeld. Die Teppichmanufaktur Habbishaw hatte zum 75. +1 Geburtstag des Traditionsbetriebs und zum ersten Hoffest „Handgemacht“ eingeladen – und die Freunde des gepflegten Kunsthandwerks strömten in Scharen herbei.

Rückersfeld - Und der Weg, ganz gleich, wie weit er war, er lohnte. Es spazierte sich herrlich durch den weitläufigen Garten, der sich in einen Schmelzkessel kreativer Kräfte verwandelt hatte: Kunsthandwerker aus der Region zeigten dort ihre Produkte, die allesamt aus einer großartigen Mischung aus Talent, Phantasie und Herzblut entstanden waren – wohin man schaute, es gab künstlerische Inspirationen und Ideen satt.

Und diese Melange machte das Ambiente der Veranstaltung aus, über der sich der ab Mittag mit einem Male ein wolkenlos gewordener blauer Himmel wölbte und unter dem Barde Bernd Barbe vergnügt sein Lied vom „Sonnenbrand in Nordhessen“ schmetterte. Überhaupt beschreibt der viel zu selten gewordene Zustand des Vergnügtseins die Veranstaltung, bei der sich die Menschen trafen, plauderten, Kunsthandwerk bestaunten, oft überschwänglich Lob und Komplimente verteilten.

Und die bedeuteten Balsam auf die Seele der vielen Kreativen, die in den Jahren der Pandemie viel zu oft auf Ausstellungen und Anerkennung verzichten mussten. „Es war der perfekte Markt: Das Interesse der Besucher war einfach überwältigend groß“, sagte Handlettering-Künstlerin Julia Wenderoth aus Mardorf am Montag. „Zwei Jahre lang habe ich mich oft gefragt, ob ich denn überhaupt noch richtig liege mit dem, was ich tue – die Besucher und der Markt haben mir eine klare Antwort darauf gegeben: ja.“

Genauso beseelt wie Julia Wenderoth zeigte sich Teja Habbishaw, der mit seinem Team das Hoffest „Handgemacht“ in und rund um die Teppichmanufaktur organisiert hatte, den ganzen Sonntag unterbrochen mit Menschen in Werkstatt und Garten gesprochen hatte.

Habbishaw berichtet von einer „überragenden Veranstaltung, die alle Erwartungen übertroffen“ habe: „Wir haben mit allerhöchstens 1200 Besuchern gerechnet – dass aber doppelt so viele kommen würden, das hätten wir niemals geglaubt.“

Um die 2500 Besucher genossen am Sonntag im Garten der Teppichweberei Habbishaw die kreativen Angebote der Aussteller und das Ambiente.
Um die 2500 Besucher genossen am Sonntag im Garten der Teppichweberei Habbishaw die kreativen Angebote der Aussteller und das Ambiente. © Brandau, Claudia

Der riesige Zuspruch ist beste Voraussetzung, um den Markt zu wiederholen. Genau das ist das Ziel von Teja Habbishaw, er will das Hoffest „Handgemacht“ als Marke etablieren. Als eine, die sich zwar vom ehemaligen Kuckucksmarkt unterscheidet, der viele Jahre lang in Rückersfeld stattfand, und der doch die feinen Charakterzüge des Kuckucksmarkts aufnimmt und weiterführt: „Handgemacht“ soll wie sein Vorgänger zu einem Markt werden, bei dem kreative Kunsthandwerker auf Besucher mit offenem Herzen und Geist treffen – und noch dazu in einem überzeugenden Ambiente.

Die Premiere habe gezeigt, was es fürs kommende Jahr zu verbessern gelte: So soll es dann mehr Essensstände geben – am Sonntag waren schon am Nachmittag alle Angebote restlos ausverkauft. Und es gebe auch noch Platz für mehr Verkaufsstände.

„Wir nehmen die große Motivation, die wir erfahren haben, mit in die Planung fürs nächste Jahr – sie ist so groß, dass sie uns weit trägt,“ ist sich Teja Habbishaw sicher. Wer selber weit voraus planen will: Das zweite Hoffest „Handgemacht“ findet am 10. September 2023 statt. Ein Termin, den man sich tatsächlich merken sollte.

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