Keine Einsturzgefahr

Holz löst sich von Empore: Balken stürzt in Kirchenraum in Caßdorf

Zwei Frauen stehen rechts und links neben einem weißen Balken
+
Glück im Unglück hieß es in der Caßdorfer Kirche: Pfarrerin Heike Schneider und Irma Sechtling vom Kirchenvorstand mit dem herabgestürzten Deckenbalken. Gefahr besteht jetzt nicht mehr.

In der Caßdorfer Kirche hat sich ein Deckenbalken gelöst. Warum der plötzlich von der Empore fiel, ist noch unklar.

Caßdorf – Es ist ein riesiges Glück, dass die Kirche in Caßdorf in den vergangenen Tagen weder für Gottesdienste noch für andere Zusammenkünfte genutzt wurde. Urplötzlich hat sich ein großer Deckenbalken von der Empore gelöst und ist in den Kirchenraum gestürzt. Nun ist die Kirche, deren Chorraum um 1770 gebaut wurde, gesperrt, Gottesdienste müssen vorerst ausfallen.

Der Vorraum bleibt jedoch geöffnet, sodass sich Gläubige die Gottesdienste to go abholen können. Denn einsturzgefährdet ist die Kirche nicht, betont Pfarrerin Heike Schneider.

Die Gottesdienste zum Mitnehmen waren auch der Grund, weshalb ein Mitglied des Kirchenvorstands das Unglück in der vergangenen Woche überhaupt entdeckt hatte. Er habe die Gottesdienste to go im Vorraum der Kirche auffüllen wollen, berichtet Pfarrerin Heike Schneider.

Caßdorfer Kirche: Zimmermann und Sachverständiger waren vor Ort

Dabei habe er festgestellt, dass der schwere Deckenbalken über der Empore zu Boden gestürzt war. Er liegt im Eingang zur Kirche, die Winkel, mit denen er befestigt war, Schutt und Nägel haben sich im Eingangsbereich verteilt.

„Es ist ein riesiges Glück, dass niemand verletzt wurde“, sagt Schneider, die sich kaum ausmalen will, was hätte passieren können, hätte der Balken während eines Gottesdienstes seinen Halt verloren. „Wir haben ja nie damit gerechnet, dass er fallen könnte.“

Ein Zimmermann aus Caßdorf sowie ein Bausachverständiger des Kirchenkreises haben sich den Schaden bereits angesehen, in der kommenden Woche soll sich das Ganze noch ein Statiker mit Expertise in Sachen Emporenkonstruktionen ansehen. Denn warum der Deckenbalken heruntergestürzt ist, kann Schneider nur vermuten.

Caßdorfer Kirche: Renovierung 1979

Eine Möglichkeit könnte die schwere Erschütterung durch das Überschallflugzeug in der vergangenen Woche gewesen sein, so die Pfarrerin. Das sei natürlich nicht nachzuweisen. „Aber hier hat jedes Haus gewackelt“, erzählt Irma Sechtling vom Kirchenvorstand.

Fest steht: Bei einer Renovierung im Jahr 1979 sei der kleine Vorraum an die Kirche gebaut worden. „Vermutlich kamen da die Stützen des Balkens weg.“ Die Emporenabstützung sei dabei wahrscheinlich so verändert worden, dass der Balken nicht mehr standsicher verankert gewesen sei, so die Meinung der Experten.

Caßdorfer Kirche: Kirche muss vorerst geschlossen bleiben

Die Gottesdienste müssen nun zwar ausfallen, eine gute Nachricht gibt es aber doch: Die Orgel hat sich durch den Verlust des Balkens nicht abgesenkt. Der Balken habe wohl keine Trag- oder Stützfunktion gehabt, erklärt Schneider.

Wie lange die Kirche geschlossen bleiben muss, ist noch nicht klar. Die Pfarrerin hofft jedoch, die Konfirmationen, die in Kleingruppen für Mai und Juni geplant sind, wieder in der Kirche feiern zu können. (Chantal Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.