Gänse sind verkauft

Holzhäuser beschwerten sich über aggressives Verhalten von Gustav und Gertrude

Sind ein Paar: Die beiden Gänse Gustav und Gertrude waren in der Efze und an deren Ufer in Holzhausen zu Hause. Jetzt müssen sie weichen, weil einige Anwohner sich über die Aggressivität des Gänserichs beschwert hatten.
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Sind ein Paar: Die beiden Gänse Gustav und Gertrude waren in der Efze und an deren Ufer in Holzhausen zu Hause. Jetzt müssen sie weichen, weil einige Anwohner sich über die Aggressivität des Gänserichs beschwert hatten.

Eigentlich gehören Gustav und Gertrude seit vier Jahren zum Holzhäuser Dorfbild. Doch: Halter Martin Siemon hat die Gänse jetzt verkauft. Es gab zu viele Beschwerden.

Holzhausen – Eigentlich gehören Gustav und Gertrude seit vier Jahren zum Holzhäuser Dorfbild. Die beiden Gänse schwammen auf der Efze und liefen gackernd umher. Doch: Halter Martin Siemon hat sie jetzt verkauft. Sie mussten weichen, weil es Widerstand unter den Bewohnern gab. Der Gänserich soll aggressiv sein und fauchen, wenn man ihm oder seiner Gefährtin zu nahe kommt.

Viele Kinder hätten sich nicht mehr getraut, an den Gänsen vorbeizugehen, so einige der Argumente. Außerdem sei kritisiert worden, dass Siemon sich nicht um die Hinterlassenschaften der Tiere gekümmert habe.

Gänse in Holzhausen verkauft: Protokoll des Ortsbeirats machte Ordnungsamt auf Tiere aufmerksam

Der Ortsbeirat hatte dies in einem Protokoll festgehalten, was veröffentlicht wurde. Dies führte zu einigem Tumult im Ort. Schließlich wurde das Ordnungsamt tätig – ohne dass man sich vorher vom Ortsbeirat oder beim Besitzer gemeldet habe. Bei einem Ortstermin des Ordnungsamtes sei das angriffslustige Verhalten der Tiere dann bestätigt worden.

Daher hat Siemon nun die Gänse verkauft. Für viel Aufmerksamkeit sorgte sein ironischer Text in der ebay-Verkaufsanzeige. Darin kritisierte er das Vorgehen. Aus Gertrude und Gustav machte er Bonny und Clyde, in Anspielung auf das berühmte Gaunerpärchen. Siemon hatte die Gänse eigentlich für seine beiden Kinder angeschafft, die mittlerweile im jugendlichen Alter sind. Die seien jetzt natürlich nicht nur verärgert, sondern traurig – und er auch.

Gänse in Holzhausen wurden auch provoziert

Tagsüber waren die Gänse draußen unterwegs, abends ging es zurück in den Stall. Siemon bestätigt, dass Gustav faucht und auf Leute zugehe, wenn er oder seine Gefährtin sich bedroht fühlten. Aber: Manche Leute hätten die Tiere auch provoziert, sie mit Steinen beworfen oder sogar nach ihnen getreten.

Und unter den Anliegern an der Efze gebe es nicht nur Gänse-Kritiker. Dass sich die Gänse dann wehrten, sei doch selbstverständlich, sagt Eckhard Lorenz. Er und seine Frau Daria mögen die Tiere und sind eher traurig, wie man mit ihnen umgeht, Sie werden Gustav und Gertrude vermissen.

Gänse in Holzhausen mussten verkauft werden: Das sagt der Ortsvorsteher

Dass die Tiere gefährlich seien, das hat auch Ortsvorsteher Wolfgang Knorr nicht so empfunden. Ihm hätten sie nie etwas getan. Und vieles sei in den vergangenen Monaten leider nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen. Der Ortsbeirat hätte erst mit dem Besitzer der Tiere sprechen wollen.

Doch sei das Ordnungsamt dem zuvor gekommen. Allerdings sei der Halter der Tiere dazu verpflichtet, die Hinterlassenschaften der Tiere zu entsorgen, was nicht passiert sei. Im Gespräch sei man sich dann einig geworden, dass die Tiere verkauft werden sollen – es sei einfach besser so.

Aggressive Gänse in Holzhausen: Ordnungsamt suchte nach Lösung

Das Ordnungsamt sei durch das Protokoll des Ortsbeirates auf das Problem aufmerksam geworden, sagte Ann-Kathrin Wiegand vom Ordnungsamt Homberg.

Solchen Dingen gehe man nach und habe sich die Sache vor Ort zwei Mal angeschaut. Wenn die Gänse auf der Efze schwammen, sei dies kein Problem gewesen. Allenfalls wenn sie sich dann auf der Straße befanden, habe man vielleicht schon etwas Angst bekommen können, so Wiegands Eindruck. Daher habe man das Gespräch mit Martin Siemon gesucht, um eine Lösung zu finden.

„Meine Absicht war es nicht, die Gänse ganz zu entfernen“, sagt Ann-Kathrin Wiegand. Schließlich seien sie ja vier Jahre dort täglich vor Ort gewesen.

„Ich wollte eine Lösung mit dem Halter der Tiere finden“, sagt sie. Siemon sei von sich aus darauf gekommen die Tiere wegzugeben, weil er keinen weiteren Ärger mit dem Ortsbeirat und den Anwohnern wollte und habe ihr dies gleich im Gespräch mitgeteilt. (Christine Thiery)

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