Alte Feuerstellen sollen aus Haushalten verbannt werden

Holzöfen stoßen zu viele Schadstoffe aus

Schwalm-Eder. Private Holzöfen und -kamine sind ins Visier des Umweltbundesamtes geraten. Experten zufolge stoßen die Anlagen teilweise mehr Schadstoffe aus als der Straßenverkehr. Schrittweise sollen ab 2015 durch strengere Grenzwerte schadstoffintensive Kaminöfen verboten werden.

Kamin- oder Kachelöfen gebe es in der Region viele, wissen die Schornsteinfeger der Region, unter anderem Bernd Klinkmüller: „Man kann ungefähr von jedem zweiten Haushalt ausgehen.“ Auf den Dörfern habe fast jeder eine Holzheizung. Bis Ende 2015 müssen alle Kleinfeuerungsanlagen, also Öfen und Kamine, erfasst sein. Dann gibt es konkrete Zahlen. Ab dem 1. Januar 2015 tritt Stufe 2 in Kraft. Dann darf der Staub-Ausstoß nur noch bei 15 Milligramm pro Kubikmeter liegen. Derzeit sind es zwischen 60 und 100 Milligramm. Auch beim Kohlendioxidausstoß gibt es neue Grenzwerte: Mehr als vier Gramm sind verboten.

Für Kaminbesitzer bedeutet das: Nachrüsten oder neu kaufen. Maßgeblich sei neben der Messung durch den Schornsteinfeger vor allem das Baujahr, so Klinkmüller. Öfen, die vor 1975 gebaut wurden, müssen bis Ende des Jahres erneuert werden. „Die haben nach 40 Jahren einfach ausgedient.“

Lothar Fiedler, Schornsteinfeger in Homberg, schätzt, dass in seinem Zuständigkeitsbereich ein Drittel der Öfen ausgetauscht oder nachgerüstet werden müssen. Aus seiner Sicht lohnt sich das Aufrüsten oft nicht, da ein Feinstaubfilter nur den Feinstaub, aber nicht den Kohlendioxid-Ausstoß mindere. Daher plädiert er für neue Öfen mit höherem Wirkungsgrad. Das bedeutet effektiveres Heizen - dadurch wird weniger Holz benötigt.

Außerdem gehe der Trend bei Holzöfen in Richtung Pellet-Öfen:„Die haben einen noch besseren Wirkungsgrad und sind in der Bedienung einfacher“, sagt Fiedler über die Öfen, die mit Pressholz heizen.

Von Benedikt Dittrich

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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