Einzelhandel

Einkaufszentrum Drehscheibe: Aldi eröffnet Markt

Eröffnet als erstes im neuen Homberger Einkaufszentrum: Der Discounter Aldi.
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Eröffnet als erstes im neuen Homberger Einkaufszentrum: Der Discounter Aldi.

Nach mehrjähriger Bauzeit ist es so weit. Am Dienstag, 1. Dezember, eröffnet mit dem Discounter Aldi das erste Geschäft im Einkaufszentrum Drehscheibe in Homberg.

Alle weiteren Läden öffnen am Donnerstag, 10. Dezember. Mohamed Younis, Geschäftsführer von Investor Schoofs Immobilien, über Herausforderungen, Probleme und Zeitfresser während der Bauzeit.

Die größte Herausforderung: „Das waren die Erdarbeiten und der Abbruch der Gebäude“, sagt Younis. Dass 70 000 Kubikmeter Schutt von dem Gelände geschafft werden mussten, habe viel Zeit gekostet. „Das haben wir so nicht eingeschätzt.“

Die Erde wurde wiederverwendet und auf Deponien gefahren, der Schutt zerkleinert und zum Teil auf dem ehemaligen Ulrich-Areal wieder eingebaut. Darüber hinaus sei die Lage des Projekts nicht alltäglich. „Auf der grünen Wiese zu bauen, ist bei Weitem nicht so schwierig“, sagt Younis.

Aldi wird über Kasseler Straße beliefert

Die größte Veränderung: Wer glaubt, dass die größte Veränderung der Neubau selbst sei, irrt. Für den Investor ist es das Konzept. Das wurde nach Widerstand von benachbarter Schule und Anwohnern noch einmal geändert, als alles schon längst fest stand. „Wir mussten die Anlieferung vom Bindeweg zur Kasseler Straße verlegen.

Damit haben wir auch das Gebäude verändert“, erklärt Younis. Mit einer Anlieferung über den Bindeweg hätten laut Investor die Hälfte der Erdarbeiten gespart werden können, das Gebäude wäre stärker in die Höhe gewachsen. „Man hätte mehr vom Einkaufszentrum gesehen. Das liegt jetzt zum Großteil unter der Erde“, so Younis.

Einkaufszentrum Drehscheibe: Coronavirus sorgte für Verunsicherung

Das größte Problem während der Bauzeit: Das sei sicherlich der Ausbruch des Coronavirus gewesen. Die Verunsicherung darüber, was passiert, wie die Kapazitäten aufrechterhalten werden können, wie mit Handwerkern umzugehen ist, sei groß gewesen. Dass die Kasseler Straße in der Hochphase des Baus saniert wurde, hätte ebenfalls zu viel Abstimmungsbedarf geführt. „Das lief aber vorbildlich“, berichtet Younis.

Der größte Zeitfresser: Wegen der Mehrgeschossigkeit und der so nötigen Erdarbeiten ist der Rohbau für Younis einer der größten Zeitfresser. „Das war zwar so kalkuliert, wir hatten aber gehofft, dass das schneller geht.“

Der größte Knaller: „Die Idee, die Gastronomie im Eingangsbereich zusammenzuführen, war die richtige Entscheidung“, resümiert der Geschäftsführer. Er bezeichnet die „wunderschöne Terrasse“, die zur Ziegenhainer Straße hin geschaffen werden konnte, als „großes Plus“ und „schönsten Gewinn“.

Aldi im Einkaufszentrum Drehscheibe: Teure Haustechnik

Das größte Gewerk: „Wir brauchen viel Haustechnik“, erklärt Younis. Nahezu jeder Mieter besitze eine eigene Technik und eine eigene Philosophie in Sachen Energie sparen. Hinzukomme die Technik des Zentrums. „Das musste alles koordiniert und vernetzt werden“, sagt Younis. Mehr als 40 Prozent der Gesamtinvestitionen seien in die Haustechnik geflossen.

Angesichts der verschobenen Eröffnungstermine und der Frage, was rückblickend besser hätte laufen können, äußert sich Younis so: Ein Bau auf einer grünen Wiese sei einfacher. „Ein Projekt in einer Innenstadt zu realisieren, ist mit mehr Aufwand verbunden.“

Der Widerstand der Schule wegen Sicherheitsbedenken sei nicht einkalkuliert gewesen. Abstimmungsbedarf und die nötige Neuplanung haben den Zeitplan verschoben. Darüber hinaus sei eine bestimmte Vermietungsqoute nötig gewesen, um eine Finanzierung zu erhalten. „Unterm Strich ist alles okay“, sagt Younis.

Diese Läden ziehen ein

Folgende Mieter ziehen in das Einkaufszentrum Drehscheibe: Rewe, Aldi, Woolworth, Müller, K+K Schuhe, Jeans Fritz, my Waffle, Zebra 21, DK Nails, die Löwen-Apotheke, A-Shop für Telefonzubehör, der Tabakladen Sahara Store, Frisör Klier, Aktivoptik und Vodafone. Im Gastronomiebereich siedeln sich an: Schwälmer Brotladen, Bao mit asiatischem Essen, Bauchgefühl, die Burger und amerikanisches Essen servieren, Arkadasch mit türkischen Spezialitäten. Die Büroflächen sowie ein Geschäft direkt am Eingang des Zentrums an der Ziegenhainer Straße sind noch nicht vermietet. 

Aldi im Homberger Einkaufszentrum: Einkaufen auf 1220 Quadratmetern

Aldi hat in seinem neuen Markt nicht nur die Gänge breiter gestaltet, sondern auch das Sortiment vergrößert: Auf 1220 Quadratmetern Verkaufsfläche – zuvor waren es 757 Quadratmeter – bietet der Discounter etwa 1700 Produkte aus 18 Warengruppen an. Das teilt Unternehmenssprecher Dr. Axel vom Schemm auf Anfrage mit. Elf Mitarbeiter werden dort beschäftigt.

Auch die Backwarenauslage wurde vergrößert, sie ist laut vom Schemm mit einem rückgelagerten Backraum versehen. Mitarbeiter des Markts könnten die Regale so von der Rückseite her befüllen.

Die Filiale ist zudem mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet und besitzt eine Wärmerückgewinnungsanlage, die den Markt „im Zuge einer sogenannten Betonkernaktivierung“ beheizen kann, so vom Schemm. Damit komme das Gebäude ohne fossile Brennstoffe aus. Zur Investitionssumme äußert sich das Unternehmen nicht.

Aldi auch im Efze-Center

Unklar ist ebenfalls, wie es mit dem Markt im Efze-Center weitergeht. Dort hat Aldi seit 1997 eine Fläche von knapp 800 Quadratmetern angemietet. „Aldi hat noch nicht gekündigt“, sagt Andreas Husemann, der das Efze-Center 2012 gekauft und modernisiert hat, auf HNA-Anfrage. Auch alle weiteren Geschäfte seien belegt, der Drogerist Rossmann etwa habe einen Mietvertrag bis 2027, auch mit NKD habe er kürzlich verlängert.

Sorgen um das Efze-Center macht Husemann sich deshalb nicht. Auch dann nicht, sollte Aldi den Vertrag tatsächlich irgendwann kündigen. Dennoch glaubt der Unternehmer nicht, dass die Stadt zwei gleichstrukturierte Einkaufszentren verträgt.

Von Chantal Müller

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