Etwa eine Millionen Euro in fünf Jahren

Homberg besitzt mehr als 100 Brücken – Die Instandhaltung teuer

Heinz ZieglerLeiterBauverwaltung

Sie verbinden Dörfer, bringen Spaziergänger trockenen Fußes über Bäche und Flüsse und werden von Autofahrern als Querungshilfe genutzt: Brücken. Im Homberger Stadtgebiet gibt es davon weit mehr als 100 Stück.

Die Unterhaltung ist aufwendig – und teuer. Etwa eine Million Euro hat die Stadt Homberg in den vergangenen fünf Jahren für den Erhalt der Bauwerke ausgegeben.

„Die meisten Brücken in Homberg gab es schon vor der Gebietsreform“, sagt Heinz Ziegler, Leiter der Bauverwaltung. Das war Anfang der 1970er-Jahre. 81 Brücken muss die Kreisstadt unterhalten, für alle anderen haben Landkreis und Hessen Mobil die Verantwortung. Den Grund für die hohe Zahl an Bauwerken sieht Ziegler in der dichten Besiedelung. Homberg gelte als Flächengemeinde, breite sich auf etwa 100 Quadratkilometern aus.

Kein Durchkommen mehr: Auch in Holzhausen musste die Brücke 2017 erneuert werden. ArchivFoto: Margarete Leissa

Und: es gibt einfach viele Flüsse und Bäche, die durchs Stadtgebiet fließen. Allein durch Homberg schlängeln sich Efze, Rinne, Ohe, Niederbach, Osterbach und Katterbach. Hinzu kämen die vielen Mühlengräben, etwa in Holzhausen. „Das läppert sich“, sagt Ziegler.

Ihnen allen gemeinsam ist eines: All diese Gewässer müssen von Menschen überquert werden. Deshalb sei es so wichtig, dass die Brücken regelmäßig überprüft und instandgehalten werden, sagt Ziegler. Übernommen wird diese Aufgabe von den Technischen Betrieben. Sie gewährleisten, dass das Wasser unter dem Bauwerk hindurchfließen kann, reparieren Kleinigkeiten, reagieren bei Hochwasser, bauen sogenannte Verrohrungen, damit Autofahrer während einer Bauzeit weiterhin über einen Fluss gelangen und übernehmen auch schon einmal eine Sichtprüfung an den Brücken, von denen sich 25 in der Innenstadt und 56 in den Stadtteilen befinden. Von einem unabhängigen Büro würden zusätzlich jährlich zehn bis 15 Brücken im Stadtgebiet überprüft, sagt Frederick Naumann, Leiter der Technischen Betriebe. „Jedes Jahr werden ein bis zwei Brücken erneuert.“

Vor zehn Jahren Baustelle: Die Gewölbebrücke über die Efze in Mühlhausen wu rde im Jahr 2009 saniert. Aus diesem Jahr stammt auch unser Foto. ArchivFoto: Claudia Brandau

Eine große Hilfe ist den Experten dabei das Brückenkataster, das in Homberg bereits seit etwa 15 Jahren digital existiert. Dort sind alle Bauwerke der Kreisstadt erfasst. Auch über das Alter der Brücken gibt das Kataster Auskunft, erklärt Ziegler. 29 Brücken im Stadtgebiet sind demnach 50 Jahre und älter. Festgehalten wird auch, in welchem Zustand sich die Brücken derzeit befinden. „Nach dem Kataster sind elf in einem schlechten Zustand. Aber keine muss gesperrt werden“, betont der Bauamtsleiter. Das geschehe erst, wenn sie nicht mehr tragfähig sei.

Sollte das der Fall sein, werde sofort reagiert, berichtet Naumann. Kleine Brücken könnten dann durchaus auch von den Technischen Betrieben selbst überprüft werden. Schwierig werde es bei Gewölbebrücken.

Ein Großteil dieser Bauwerke stehe unter Denkmalschutz. Sind an ihnen Reparaturen nötig, sind Denkmalschutz und Wasserbehörde mit im Boot. Und die legen Breite und Aussehen der Brücken fest, sagt Ziegler. „Viele müssen in ihrer Form erhalten bleiben und gleichzeitig neuen Standards entsprechen.“

Weil die Instandhaltung so aufwendig ist, werden in Homberg im Durchschnitt ein bis zwei Brücken im Jahr erneuert. Da kann es passieren, dass eine Erneuerung länger dauert, als ursprünglich geplant. Eine Sperrung müsse mit Ver- und Entsorgungsunternehmen abgesprochen werden, mit Lieferfirmen und mit Anwohnern, so Naumann. Was am Ende aber zähle, sei die Brücken zu erhalten, sagt Ziegler. „Wir müssen mit diesem Erbe gut umgehen.“

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