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Diese Möbel sind bunt und sicher

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Von: Daniel Seeger

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Schreiner in fünfter Generation: Ralf Ehring und seine rund 85 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Kitas adäquat ausgestattet werden.
Schreiner in fünfter Generation: Ralf Ehring und seine rund 85 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Kitas adäquat ausgestattet werden. © Daniel Seeger

Heute ist Tag des Handwerks: Der Homberger Schreinereibetrieb Ehring stattet Kindergärten aus.

Homberg – „Wir sind noch ein richtiger Familienbetrieb“, sagt Geschäftsführer Ralf Ehring über seine Möbelproduktion in Homberg – und das trotz mittlerweile 85 Mitarbeitern und einer Gesamtfläche von rund 7500 Quadratmetern. Ehring ist Schreiner in fünfter Generation, auch seine Frau und seine Schwester arbeiten mit.

Bei Ehring Markenmöbel geht es nicht um Wohnzimmerschränke, Doppelbetten und TV-Boards. „Seit dem Jahr 1988 richten wir Kindergärten ein“, sagt der Geschäftsführer. Ehring fertigt Tausende verschiedene Artikel im Kundenauftrag. Lagerhaltung gibt es kaum.

Einen Kindergarten mit Ikea-Möbeln einrichten, das funktioniere nicht

Was zunächst unspektakulär klingen mag, verlangt beim genaueren Hinsehen viel Wissen und Entwicklungsarbeit – einen Kindergarten mit Ikea-Möbeln einrichten, das funktioniert nicht. „Wir müssen eine ganze Reihe von Vorschriften und Normen beachten“, betont der Geschäftsführer. Denn die Kinder sollen sich an den Schränken, Tischen, Stühlen und Spielgeräten nicht verletzen können. Einklemmsicher muss alles sein, damit kleine Finger nicht gequetscht werden. Und damit die Holzprodukte in vielen bunten Farben leuchten, dürfen nur spezielle Lacke verwendet werden.

Dieses Wissen besitzen die Homberger. Dass alles einmal ganz klein anfing, lässt sich heute kaum noch erahnen. „Mein Vater hatte eine Schreinerei im Ahlheimer Ortsteil Licherode im Kreis Hersfeld-Rotenburg“, erinnert sich Ralf Ehring. „Ein Dorf mit Sackgasse“, sagt er und lacht. Der Vater habe sich dazu entschieden, mit der Produktion von Kindergartenausstattung zu beginnen – die Idee hatte sich in einem Gespräch auf einer Innungsfahrt entwickelt. „Am Freitag war er noch unterwegs, am Samstag präsentierte er uns dann seine Idee am Küchentisch.“

Der Homberger Betrieb Ehring produziert mit modernster CNC-Technik

Ralf Ehring hatte da gerade seinen Wehrdienst beendet und wollte eigentlich ein Ingenieurstudium beginnen – doch die Idee mit den speziellen Möbeln für Kitas überzeugte ihn. „Nach einem halben Jahr gab es dann kein Zurück mehr“, sagt Ehring. „Heute kümmern wir uns um fast alles – von der Entwicklung bis zur Auslieferung“, sagt der Geschäftsführer. Ehring produziert mit modernster CNC-Technik. Das Holzlager ist automatisiert. Kürzlich hat der Betrieb noch einen weiteren Geschäftsführer angestellt. Lediglich den Vertrieb der Möbel hat die Firma Aurednik übernommen, die mittlerweile auch mit 20 Prozent an der Firma Ehring beteiligt ist.

Zum Umzug in die Kreisstadt Homberg entschied sich der Betrieb im Jahr 1991 aus mehreren Gründen: „Die Stadt hatte die Gewerbeflächen zu einem vernünftigen Preis angeboten. Außerdem gibt es eine gute Anbindung an die Autobahn.“ Die ist auch heute noch von zentraler Bedeutung, denn Ehring liefert und montiert Möbel im gesamten Bundesgebiet und in einigen angrenzenden Nachbarländern. Die Corona-Jahre habe man bislang sehr gut überstanden, aber derzeit sei es schwierig, das Material für die Möbel zu beschaffen. Zukaufteile wie Scharniere seien im Preis explodiert.

Das Birkensperrholz, das Ehring hauptsächlich verarbeitet, stamme zu 80 Prozent aus Russland. „In den Anfangszeiten des Kriegs in der Ukraine hatten wir Preissprünge um das bis zu 300-Fache“, sagt Ehring. Aber man habe sich mit Holz eingedeckt und vorgesorgt – so ist die Produktion in der Kreisstadt vorerst gesichert. (Daniel Seeger)

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