Unerlaubte Waffen können straffrei abgegeben werden

126 Waffen und 15 Kilogramm Munition bei Polizei und Landkreis abgegeben

Schwalm-Eder. Gewehre, Messer, Schlagringe und Munition verschiedenen Kalibers wurden bei der Polizei und bei der Waffenbehörde abgegeben. Insgesamt zählte die Polizei 126 Waffen und 15 Kilogramm Munition.

Damit nutzten zahlreiche Menschen im Landkreis die Möglichkeit, unerlaubte Waffen straffrei abzugeben. Begonnen hatte die Amnestie im Juli 2017. Sie dauert noch bis 1. Juli. Ziel ist, Waffenbesitzern die Möglichkeit zu eröffnen, illegale Waffen, Erb- und Fundstücke straffrei abzugeben, sagt Brettschneider. Wer Waffen nach dem 1. Juli abgibt, dem drohe die Gefahr einer Strafanzeige. Von der Amnestie grundsätzlich ausgenommen sind Waffen, Gegenstände oder Munition, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz oder dem Sprengstoffgesetz unterliegen.

Die Hälfte der jetzt 126 abgegebenen Waffen seien sogenannte erlaubnisfreie, legale Waffen. Als legale Waffen gelten beispielsweise Gaspistolen mit Prüfzeichen und Luftdruckgewehre. Diese Waffen dürfen nur in der eigenen Wohnung oder dem Grundstück aufbewahrt werden. Wer sie in der Öffentlichkeit führen möchte, braucht einen kleinen Waffenschein, erklärt Brettschneider.

Im Landkreis waren Ende Januar dieses Jahres 1670 Frauen und Männer im Besitz eines kleinen und vier eines großen Waffenscheins, sagt Kreissprecher Stephan Bürger. Im Jahre 2016 wurden 608 und im vergangenen Jahr 266 Anträge für einen kleinen Waffenschein gestellt.

Eine große Zahl an Waffen wurden bei der Amnestie 2009/2010 abgegeben. Damals türmten sich bei der Polizei 440 Gewehre, Pistolen, Macheten und Messer. Darunter waren auch Museumsstücke. Ausnahmslos wurden alle Waffen zerstört. Das gilt auch für die jetzige Aktion. 

Wer in seinem Haus eine Waffe findet, sollte nicht nur bei der Polizei oder der Waffenbehörde im Landkreis telefonisch ankündigen, dass er sie abliefern möchte. Polizeisprecher Markus Brettschneider rät vielmehr, im Zweifelsfall den Experten der Polizei den Transport der Waffe zu überlassen. „Die meisten Menschen wissen nicht, ob eine Waffe geladen ist oder nicht. Unfälle können dann schnell passieren“, so der Polizeisprecher. Deshalb sollte man die Waffenübergabe mit der Polizei oder der Waffenbehörde abstimmen. 

Hier die Telefonnummern: 

• Polizei: Tel. 05681/774-0

• Waffenbehörde: Tel. 0 56 81/775-360; -369; -364 und -365999.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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