Lange Schlangen auf Marktplatz

400 Menschen nutzen Angebot zur Impfung gegen Corona in Homberg

Menschen warten in einer Schlange vor dem Deutschen Haus am Marktplatz in Homberg auf ihre Impfung gegen Corona.
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Langes Warten und Geduld waren nötig, um sich gestern im Deutschen Haus gegen Corona impfen zu lassen. Die Praxis Saalmann machte das Angebot.

Geduld, Zeit und warme Unterwäsche brauchten gestern all jene, die das Impfangebot der Praxis Saalmann in Homberg in Anspruch nehmen wollten.

Homberg - Das kam so gut an, dass Wartezeiten von bis zu zwei Stunden keine Seltenheit waren. Die Ärzte impften zeitweise sogar an zwei Standorten: im Deutschen Haus und der Praxis an der Entengasse.

„Wir dachten, im beschaulichen Homberg wird es schon nicht so lange dauern“, erzählt ein Paar, dass es am Vormittag nach knapp eineinhalb Stunden bis kurz vor den Eingang des Deutschen Hauses geschafft hat. Die beiden haben sich mit anderen Wartenden am Morgen in die Schlange eingereiht – die da bereits bis zum Gasthaus Krone reichte. „Die Leute standen bis um die Häuserecke“, erzählt eine Frau.

Auch gegen 10 Uhr wird der Ansturm nur langsam geringer. Mal endet die Schlange der Wartenden vor dem Restaurant Pizza Wagner, mal stehen die Impfwilligen bis zum Homberger Frischemarkt von Junos Raufi. Immer wieder reihen sich Menschen ein. Junge. Alte. Allein. Zu zweit. In der Gruppe. Sie wollen eine Booster-Impfung oder sich erstmals gegen das Virus impfen lassen: „Teils, teils“, antwortet eine Frau auf die Frage, ob sie denn alle für die Auffrischungsimpfung anstünden.

Insgesamt 400 Impfungen standen am Abend auf dem Zettel von Dr. Roland Saalmann und Michael Saalmann. Darunter etwa 60 bis 70 Erstimpfungen berichtet Roland Saalmann. Er holte gestern immer wieder bis zu zehn Patienten aus der Warteschlange vor dem Deutschen Haus, um diese in der Praxis zu impfen. Er habe zwar einen Ansturm befürchtet, dass schließlich aber doch so viele Menschen bereit waren, sich immunisieren zu lassen, war doch eine Überraschung, sagt Saalmann, der die Disziplin der Wartenden lobte. „Die Menschen haben sich an die Bitte gehalten, nicht in der Praxis anzurufen.“ Das erleichtere die Arbeit, denn die Bürokratie sei enorm. Bis 75 Spritzen aufgezogen sind, vergingen bis zu eineinhalb Stunden, erklärt der Mediziner. Hinzu kommen die Verwaltungsaufgaben.

Viele der Patienten seien bereit gewesen, sich mit Moderna impfen zu lassen. 40 Auffrischungen wurden mit diesem Vakzin gemacht. Ansonsten wurde der Stoff von Biontech verwendet. Das Moderna-Angebot werde die Praxis ob der guten Nachfrage für Sonntag wohl aufstocken, sagt Saalmann.

Den Einsatz der Praxis Saalmann lobt ein HNA-Leser ausdrücklich. „Es ist super, dass sie das anbieten.“ Sauer ist er trotzdem: „Aber es ist das einzige Angebot. Das reicht nicht.“ Um kurz vor 8 Uhr habe er seine Frau zum Marktplatz gebracht. Schon da sei die Zahl der Wartenden so hoch gewesen, dass sie knapp zwei Stunden habe anstehen müssen. „Die Menschen wollen sich impfen lassen, aber das Angebot fehlt“, kritisiert er und sieht die Politik sowie den Landkreis in der Pflicht.

Letzterer indes bietet ab heute ein stationäres Impfangebot in Wabern von 13 bis 19 Uhr sowie Donnerstag, 25. November, 9 bis 19 Uhr und am Freitag, 26. November, 13 bis 19 Uhr, an. Die Impftour startet ebenfalls heute in der Malsfelder Fuldatalhalle (11 bis 17 Uhr). Ob das Team des mobilen Impfens um ein weiteres aufgestockt wird, will der Landkreis nach Angaben eines Sprechers von der Nachfrage abhängig machen. Weitere Impftermine sollen sukzessive bekannt gegeben werden.

Die Praxis Saalmann bietet immer dienstags von 8 bis 13 Uhr die Möglichkeit zum Impfen ohne Termin. Berufstätige haben die Chance, sich am Sonntag, 28. November, und Sonntag, 5. Dezember, jeweils von 10 bis 14 Uhr immunisieren zu lassen. Alles was nötig ist: Krankenkassenkarte, Impf- und Personalausweis. (Chantal Müller)

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