Nur ein Bruchteil im Becken

Abkühlung mit Abstand: Schwimmbäder im Kreisteil Fritzlar-Homberg hatten viel weniger Besucher im Coronasommer

Schwimmen in Coronazeiten: Klaus Löber zog seine Bahnen im Fritzlarer Ederauen-Erlebnisbad in diesem Jahr vermutlich mit viel Abstand zu den anderen Schwimmern.
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Schwimmen in Coronazeiten: Klaus Löber zog seine Bahnen im Fritzlarer Ederauen-Erlebnisbad in diesem Jahr vermutlich mit viel Abstand zu den anderen Schwimmern.

Unbeschwert die Sonne genießen, im kühlen Nass planschen und seine Bahnen ziehen? Das war in diesem Sommer aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Deutlich haben das auch die Schwimmbäder im Kreisteil Fritzlar-Homberg zu spüren bekommen.

Holzhausen/Hahn

Das Freibad in Edermünde-Holzhausen/Hahn war in diesem Sommer vom 23. Juni bis zum 29. August geöffnet. Maximal 500 Gäste – das war laut Bürgermeister Thomas Petrich die Ansage. „Kein Gast musste abgewiesen werden“, sagt er. Da nur 100 Menschen gleichzeitig ins große Schwimmbecken durften, sei es aber öfter zu Warteschlangen gekommen.

„Leider ist die Maskenpflicht nicht immer ernst genommen worden, es kam zu Diskussionen und die Ermahner wurden belächelt oder ignoriert“, kritisiert Petrich. Trotzdem lautet die Bilanz des Bürgermeisters: „Wir sind gesund und unfallfrei aus der Saison gekommen.“

Gudensberg

Das Terrano-Bad in Gudensberg registrierte in Spitzensommern wie beispielsweise im Jahr 2018 knapp 16 000 Badegäste. Diesmal waren es laut Jörg Daniel, Pressesprecher der Stadt Gudensberg, nur knapp 4000. Dass das Terrano-Bad in diesem Jahr vom 3. Juli bis zum 30. August geöffnet hatte, sei besonders kurz gewesen. Normalerweise beginne sie schließlich bereits am 1. Juni.

„Im gesamten Bad gab es ein Leitsystem, nach dem sich Gäste bewegen mussten“, sagt Daniel. Außerdem gab es nur abgepackte Ware. Abstand- und Hygieneregeln sollten in jedem der Bäder dafür sorgen, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die jeweils aktuelle Besucherzahl wurde laut Daniel über die Homepage angezeigt, Badegäste konnten so von Hause aus entscheiden, ob sie das Bad besuchen wollten oder nicht.

„Die große Mehrzahl der Badegäste hatte Verständnis für die Hygieneregeln und gab an, dass man sich freue, dass das Bad überhaupt geöffnet ist“, so der Pressesprecher. Durch den Betrieb mit dem Hygienekonzept habe die Stadt Erfahrungen gesammelt, die in der Zukunft nützlich sein könnten.  

Fritzlar

Die Freibadsaison im Fritzlarer Ederauen-Erlebnisbad dauerte vergleichsweise lange, nämlich vom 20. Juni bis zum vergangenen Sonntag, 13. September. Doch mit einer normalen Saison habe dieser Sommer nichts gemein gehabt, sagt Bürgermeister Hartmut Spogat. „Trotz der wenigen Besucher blieb der logistische Aufwand gleich.“ Mehr noch: Die Reinigung sei aufgrund der geltenden Hygieneregeln schließlich noch aufwendiger als sonst ausgefallen.

„Ein hoher Anteil der Gäste kam übrigens aus dem Umland“, berichtet Spogat. Zahlreiche Menschen hätten das Online-Ticket-System benutzt, das die Stadt zur Koordination der Besucher angeboten hatte.

Homberg

Unter anderem das späte Öffnen des Freibades Ende Juni sorgte in Homberg für einen Einbruch bei den Besucherzahlen, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Eine Herausforderung sei das erhöhte Personal und das hohe Desinfektionsaufkommen gewesen. „Unsere Öffnungszeiten haben wir eingeschränkt, damit das Arbeitszeitenschutzgesetz eingehalten werden kann“, heißt es außerdem.

Die Einführung eines Onlineanmeldeprogammes zur Registrierung der Badegäste und zur Kontrolle des Besucherstromes sollte in Coronazeiten größtmögliche Sicherheit gewährleisten. „Viele Einschränkung waren für den Betrieb nötig“, heißt es weiter. Dazu gehören die geschlossene Rutsche und Sprunganlage sowie verminderte Einstiegsmöglichkeiten ins Becken und der Kreisverkehr am Beckenrand.

Niedenstein

„Die ersten beiden Sommerferienwochen waren hinsichtlich des Wetters und der Besucherzahlen noch verhalten“, sagt Martina Junghans von der Stadt Niedenstein. Dies habe sich jedoch gerade in der zweiten Sommerferienhälfte geändert. Zum Vergleich: Im Juli konnten insgesamt 806 Gäste gezählt werden. Im August kamen 970 Besucher. Im Juli und August 2019 wurden jeweils 2100 Gäste gezählt – mehr als doppelt so viele also.

„Die Entwicklung der Gästezahlen ist stark vom Wetter abhängig, obwohl wir ein Hallenbad haben“, so Junghans. „Dadurch, dass die Umkleiden und Duschen im Innenbereich noch geschlossen waren und ein Umkleiden auf der Liegewiese stattfinden musste, haben kältere Temperaturen die Badegäste von einem Besuch in unserem Schwimmbad abgehalten.“ Darüber hinaus hätte aber auch die Coronakrise Badegäste vom Schwimmbadbesuch abgehalten.

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