Wohnungen und Tagespflege sind Ideen

Abriss für das neue Quartier? Konzept für ehemaliges Klinikareal in Homberg vorgestellt

Der Beschluss ist gefasst: Die Stadt Homberg kauft das ehemalige Krankenhaus und das Areal.
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Der Beschluss ist gefasst: Die Stadt Homberg kauft das ehemalige Krankenhaus und das Areal.

Homberg – Nach der Entscheidung für den Kauf des Klinikareals in Homberg ist es jetzt amtlich: Die Stadt ist Eigentümerin der Kreisklinik und ihrer Nebengebäude. Für deren Nachnutzung gibt es viele Ideen.

Klar ist: Es sollen Wohnungsangebote geschaffen werden, die es in der Kreisstadt so noch nicht gibt – und auch eine neue Verbindung zum Osterbach soll für Belebung sorgen. Was das städtebauliche Entwicklungskonzept bisher vorsieht, haben Stadt und Planungsbüro in einer digitalen Bürgerversammlung vorgestellt.

Der Beginn

Allen, die gehofft hatten, schon bald die Bagger auf dem mehr als 36 000 Quadratmeter großen Grundstück rollen zu sehen, erteilte Bürgermeister Dr. Nico Ritz direkt zu Beginn eine Absage. „Es wird nicht kurzfristig etwas auf dem Gelände passieren. Dafür braucht es eine gute Planung.“ Dass die Stadt nun aber Eigentümerin ist, mache sich dennoch bereits bemerkbar. „Die Wiese Richtung Mörshäuser Straße wurde endlich gemäht“, sagte er augenzwinkernd. Michael Linker vom Planungsbüro Bankert, Linker und Hupfeld aus Kassel rechnet jedoch damit, dass in den nächsten ein bis zwei Jahren etwas sichtbar werde. Für die Bauleitplanung müsse etwa ein Jahr eingerechnet werden.

Der Abriss

Ob jedes der Gebäude auf dem Areal erhalten werden kann, müsse weiter untersucht werden, speziell für das Bettenhaus stehen Teilerhalt, Teilabriss oder Komplettabriss im Raum. Den Gesamterhalt des Gebäudes hält Linker für „sehr aufwändig“. Bei einem Teilerhalt würde das Grundstück nach Angaben des Planers in drei Teile geteilt. Der hintere Teil, der in Richtung Mörshausen liegt, bliebe für Wohnbebauung übrig. „Dieser Teil müsste dann über die Melsunger Straße ringartig erschlossen werden“, berichtete Linker. Für welche Variante sich die Stadt entscheidet, soll in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden.

Die Varianten

„Wir haben sehr stark in Richtung Wohnungsbau gedacht. Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit“, sagte Linker. Energie-Plus-Siedlungen, Seniorenwohnen und gemeinschaftlich, genossenschaftliches Wohnen hätten sich als Ansätze herauskristallisiert. Besonders im Bereich Bettenhaus gebe es aber vielfältige Möglichkeiten.

Die vorhandene Erschließung aus Richtung Norden könne weiter genutzt werden. Entscheide man sich für den Abriss des Bettenhauses, könnte dort eine Anwohnerstraße entstehen, an der auf der einen Seite Einfamilienhäuser und auf der anderen Seite Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Entlang des Schwesternwohnheims könne genossenschaftliches Bauen organisiert werden. Gegenüber des Seniorenwohnheims könnte eine Tagespflege entstehen. Fest steht: „Das Grundstück soll durchlässig für Fußgänger sein.“

Die Kosten

Nach Berechnungen der Entwicklungskosten ließen sich von den 36 600 Quadratmetern 32 200 Quadratmeter zu Bauland umwandeln und verkaufen. Werden Kosten für technische Infrastruktur, Ausbau von Straßen, Abriss und Schadstoffentsorgung miteinbezogen, liegen die Kosten für eine Aufwertung bei etwa 6,2 Millionen Euro.

Entwicklung ehemalige Kreisklinik in Homberg: Ergebnisse aus Online-Befragung

An der Online-Befragung der Stadt nahmen etwa 145 Menschen teil. Einige Vorschläge wurden in der Bürgerversammlung vorgestellt. Demnach wünschen sich Befragte eine Krankenhausnutzung – zum Beispiel als Tagesklinik mit Belegbetten, mit Erstversorgung und einem ärztlichen Bereitschaftsdienst – ein Gründerzentrum und Lokalradio für Homberg, einen Spiel- und Sportplatz oder ein Hallenbad. Genannt wurden ebenfalls Mehrgenerationen-Konzepte und eine Begegnungsstätte. Ein offenes Gästehaus als Ergänzung zum medizinischen Ausbildungszentrum sowie Parkflächen für Gästehaus und Lehr- und Ausbildungszentrum mit Einbindung moderner Mobilitätsformen wie der Verleih von E-Rädern wurden ebenfalls vorgeschlagen. (Chantal Müller)

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