Auf dem Parkplatz in Homberg

Nächtliche Randale: Ärger mit den Feiernden in Homberg

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Wodka, Bacardi und Whiskey: Unzählige leere Schnapsflaschen muss Maik Aschenbrenner jedes Wochenende auf seinem Grundstück sammeln. Er, Cornelia Dunkel (Mitte), Doris Kniehl und weitere Anwohner der Kasseler Straße fühlen sich hilflos angesichts der Ruhestörungen.  

Homberg. Der Parkplatz der Kreisverwaltung in Homberg wird  nachts zur Partyzone. Für die Anwohner bedeutet das: Gebrüll, Geschrei. Und am nächsten Morgen zahllose leere Flaschen. 

Maik Aschenbrenner weiß zu Beginn einer jeden Woche, was ihn am Wochenende erwarten wird. Er muss leere Flaschen einsammeln. Flaschen, die Jugendliche jedes Wochenende betrunken auf sein Grundstück werfen.

Doch das ist nicht alles. Neben Sachbeschädigungen haben die Anwohner der Kasseler Straße in Homberg vor allem mit Ruhestörungen zu kämpfen. Denn der Parkplatz der Kreisverwaltung am Adolf-Kolping-Weg wird nachts zur Partyzone.

Los geht es meistens um 20 Uhr, es dauert bis in die frühen Morgenstunden – oft bis 4 Uhr, teilweise sogar bis um 6 Uhr morgens. Laute Musik, Geschrei und Gebrüll. „Das Zentrum ist der Parkplatz der Kreisverwaltung“, sagt Aschenbrenner. Dieser grenzt direkt an sein Grundstück – und ist beleuchtet. „Das macht ihn natürlich attraktiv.“ Besonders am Wochenende würden Jugendliche mit ihren Autos auf den Parkplatz fahren, die Musik aufdrehen und Alkohol konsumieren.

Bei Lärm bleibt es aber nicht: Aschenbrenner wurde ein Rasenmäher im Wert von 3000 Euro angezündet – nachdem Unbekannte ihn aus einer verschlossenen Hütte geholt hatten. Autos wurden zerkratzt, Außenspiegel abgetreten, sogar ein Praxisschild aus der Verankerung gerissen und zerbrochen. Und jedes Wochenende jede Menge Müll. Seit zwei Jahren geht das so, besonders heftig im Sommer.

Doris Kniehl wohnt nur wenige Schritte vom Parkplatz am Adolf-Kolping-Weg entfernt. Auch sie fühlt sich hilflos. Solange alles im Rahmen bleiben würde, hätte sie kein Problem mit Feiern. „Eine vernünftige Lautstärke ist völlig ok. Aber es sollte nicht die ganze Nacht gehen und vor allem nichts zerstört werden“, sagt sie. Anwohnerin Cornelia Dunkel berichtet gar von Kindern, die sich abends nicht mehr allein nach Hause trauen, weil sie Angst vor Belästigungen hätten.

Die verstärkten Kontrollen der Polizei im und um den Stadtpark hätten sich deutlich bemerkbar gemacht, für einige Wochen „war absolute Ruhe“. Jetzt kehren die Jugendlichen aber wieder zurück. Auch mit der Kreisverwaltung habe Aschenbrenner bereits gesprochen. Eine Rückmeldung hatte er zunächst nicht erhalten. Also wurden sie selbst aktiv: „Wir haben versucht, mit den Menschen zu reden“, so Aschenbrenner. Erfolgreich war das nicht.

Aschenbrenner versucht nun, sich selbst zu schützen. Sein Auto parkt er oft nicht mehr unter seinem Caport und installierte eine Kamera. Hilfe wünschen sich die Anwohner dennoch.

Vorschläge, wie die aussehen könnte, haben sie: • Eine Kamera auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung, • das Licht des Parkplatzes abschalten, wenn alle Mitarbeiter Feierabend haben, • eine Schranke vor die Zufahrt, damit nur Mitarbeiter auf den Parkplatz gelangen.

Und sie wünschen sich, dass wieder regelmäßig kontrolliert wird.  

Das sagt die Polizei

„Für Ruhe können wir nur kurzfristig sorgen“ Sollten Anwohner Straftaten feststellen, sollten sie die Polizei rufen, sagt Polizeisprecher Markus Brettschneier. „Wir können aber nur kurzfristig für Ruhe sorgen.“ Für langfristige Lösungen wäre eine Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt denkbar, die grundsätzlich erster Ansprechpartner bei Lärmbelästigung sei. Die Kontrollen der Arbeitsgruppe Stadtpark seien zurückgefahren, es gebe derzeit keine Unterstützung der Bereitschaftspolizei, um größere Überprüfungen bewerkstelligen zu können. „Grundsätzlich soll aber wieder verstärkt kontrolliert werden.“ Im Adolf-Kolping-Weg habe es 2017 keine gemeldeten Straftaten gegeben.  

Die Sicht der Stadt Homberg

 „Wir müssen überlegen, wie wir die Situation verbessern können“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Besonders, weil der Parkplatz an den Stadtpark angrenze. „Wir wissen, dass sich die Probleme nicht nur auf den Stadtpark beschränken.“ Man müsse überlegen, ob auf dem Parkplatz eine Videoüberwachung eine Möglichkeit sei. Auch für die Spielothek an der Kasseler Straße werde eine Lösung gesucht. Denn diese, so Ritz, würde ebenfalls zu den Problemen beitragen. „Wir versuchen, die soziale Kontrolle um den Stadtpark auszuweiten“, sagt der Bürgermeister auf Anfrage. Intensive Kontrollen seien nur kurzfristige Lösungen. 

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