Projektentwickler droht mit Klage

Ärger über Absage: Vorläufiges Aus für Netto-Markt

Pläne für Netto-Markt: Projektentwickler würde Markt gerne in Homberg bauen. Foto: Archiv

Homberg. Die Stadt Homberg könnte in Teufels Küche geraten. Das sieht zumindest Stefan Wiesnet, Expansionsleiter des Projektentwicklers Ratisbona aus Regenburg so.

Und damit meint er, dass es für die Stadt teuer werden könnte, denn Ratisbona würde auch eine Schadensersatzklage gegen die Stadt nicht scheuen.

Der Projektentwickler würde gerne auf dem Weckesser-Gelände am Schmückebergsweg einen Netto-Markt errichten. Doch lässt sich die Stadt mit der Entscheidung darüber Zeit. „Wir werden seit über einem Jahr hingehalten und das ärgert uns sehr“, sagt Wiesnet.

Die Parlamentarier begründeten ihre Entscheidung damit, dass sie Zeit für die Entwicklung des innenstadtnahen Ulrich-Geländes verschaffen wollten. Denn sie trieb die Sorge um, dass die Regionalplanung sich gegen die Neuansiedelung eines großflächigen Einzelhandels aussprechen würde, wenn es zugleich ein zusätzliches Netto-Angebot gebe. Schließlich gebe es laut einer Studie bereits reichlich Einzelhandel in Homberg, sodass die Regionalplanung den Plänen für einen neuen, großen Markt eine Absage erteilen könnte.

Vorläufige Absage 

Das sieht Ratisbona anders: Es gebe einen Bebauungsplan, der Handel nicht ausschließe und dennoch hätten die Stadtverordneten eine Veränderungssperre verhängt. Wiesnet ist sich sicher, dass ein Netto-Markt an der geplanten Stelle eine sinnvoller Ergänzung wäre. Das belege auch das GMA Einzelhandelsgutachten. Somit hätten die Stadtverordneten mit ihrer vorläufigen Absage an die Ratisbona-Pläne wider besseren Wissens gehandelt.

„Unsere Firma gibt es seit 25 Jahren, wir haben 1200 Märkte gebaut. Wir sind sicher keine Prozesshansel und arbeiten sonst im Einvernehemen mit den Gemeinden“, betont Wiesnet. Ziel von Ratisbona sei nämlich die Umsetzung und nicht die Konfrontation. Man könne mit Absagen leben, aber nicht mit „Rumgeeiere und Hinhalten“. Das wolle sich Ratisbona von der Stadt nicht bieten lassen.

Beim Landkreis habe man daher Widerspruch eingelegt und zudem sei die Kommunalaufsicht eingeschaltet. „Die Uhr tickt“, sagt Wiesnet und bekräftigt, dass Ratisbona nach wie vor den Netto-Markt in Homberg bauen wolle.

Das sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz 

Er habe von Beginn an mit offenen Karten gespielt, betont Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Schon im ersten Gespräch mit den Projektentwicklern von Ratisbona habe er diesen geklar sagt, dass ein Lebensmittelmarkt am Standort am Schmückebergsweg nicht im Interesse der Stadt liege, sagt Ritz. Und: Er habe auch deutlich gemacht, dass er nur eine Realisierungschance sehe, wenn die Stadt keine andere Möglichkeit habe. Dass das für einen Investor enttäuschend sei, könne er nachvollziehen. Aber die Interessen von Investoren und einer Stadt seien eben nicht immer deckungsgleich. Man habe sich beraten lassen und sehe keine Anknüpfungspunkte für eine möglichen Schadensersatzklage von Ratisbona, so Ritz und betont, dass die Bauleitplanung ureigenster Bestandteil kommunaler Selbstverwaltung sei.

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