Terminvergabe über das Internet 

Neue Hausärztin bringt Innovationen mit nach Homberg

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Wird eine Hausarztpraxis für Innere Medizin eröffnen: Katharina Plünnecke baut mit ihrem Lebensgefährten Eckhardt Rothauge eine neue Praxis. 

Homberg – Katharina Plünnecke ist ein echter Glücksfall für Homberg. Sie ist Ärztin für Innere Medizin. Und in Zeiten, in denen der Ärztemangel auf dem Land ein Riesenthema ist, traut sie sich etwas: Die 42-Jährige eröffnet zum 1. Juli eine neue Hausarztpraxis. 

Plünnecke übernimmt den Kassenarzt-Sitz von Dr. Bernd Wiegand aus Caßdorf. Er will im Juni in den Ruhestand gehen.

„Ich wollte schon früh eine eigene Praxis haben“, erzählt Katharina Plünnecke. Dieser Traum erfüllte sich schneller als gedacht. Aus dem ursprünglichen Vorhaben, in einer bereits bestehenden Praxis anzufangen, und diese dann zu übernehmen, wurde nichts. So begann die Internistin mit den Planungen für ihre eigene Praxis. Das war im Juli 2018, berichtet sie.

Seit 2009 arbeitet die Mutter zweier Söhne im Klinikum Bad Hersfeld als Ärztin für Innere Medizin, kann mit ihrer abgeschlossenenFacharztausbildung hausärztlich tätig sein. Sie besitzt eine Zusatzausbildung in der Palliativmedizin, belegte Kurse zur Ultraschalluntersuchung und Intensivmedizin.

Auch ihre Ausbildung helfe ihr. Plünnecke ist gelernte Physiotherapeutin. Die 42-Jährige hofft, die ärztliche Versorgung mit ihrem Wissen unterstützen zu können. „Ich möchte mich gerne einbringen“, sagt sie.

Schon Ende Juni soll der Neubau an der Kasseler Straße fertig sein. Etwa eine Million Euro investieren sie und ihr Lebensgefährte Eckhardt Rothauge, der Bauherr ist. Die Hausarztpraxis wird sich auf 200 Quadratmetern im Erdgeschoss befinden – komplett barrierefrei. Die Eingangstür soll sich elektrisch öffnen lassen, neben der Bushaltestelle direkt vor der Tür sind etwa 15 Parkplätze vor der Praxis geplant.

Hausarztpraxis in Homberg soll für Zukunft ausgelegt sein

Damit hören die Innovationen aber nicht auf. Für Patienten plant Plünnecke eine einfachere Terminvergabe über das Internet. Auch Rezepte sollen online bestellt werden können. „Das spart Zeit und Aufwand“, sagt sie. Außerdem möchte sie die App „Warts-Ab“ testen. Damit sollen Patienten die Zeit bis zur Untersuchung sinnvoll nutzen können, indem ihnen bei der Anmeldung eine Nummer zugeteilt wird.

Über das Smartphone wird ihnen mitgeteilt, wann sie dran sind. „Die Arbeit für Patienten und das Team sollen erleichtert werden“, sagt die 42-Jährige. Bis es aber so weit ist, bildet sich die Ärztin, die noch in Elternzeit ist, weiter: Sie hospitiert in Rheumatologie und Orthopädie, in der Kardiologie und Frauenheilkunde. 

So könne sie beruhigt sagen, sie sei fit für die neue Aufgabe. „So kann ich mir ein Netzwerk aufbauen“, sagt Plünnecke. Ihr Projekt Hausarztpraxis soll für die Zukunft ausgelegt sein. Sie fühle sich wohl in Homberg, sagt die gebürtige Bad Homburgerin. „Ich möchte hier leben und arbeiten.“ Selbstständigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen, werde kein Problem. Die Familie ihres Lebensgefährten sei eine große Hilfe. „Ich glaube, wir bekommen das gut hin.“

Mehr zum Thema Ärztemangel auf dem Land lesen Sie hier. 

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