Kasache war zu Besuch bei Homberger Familie

Ein Sturz verändert sein Leben: Alexey Kolvik benötigt Spenden für Reha

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Braucht dringend Geld für eine Reha: Alexey Kolvik ist seit einem Badeunfall querschnittsgelähmt.

Es hätte ein freudiges Wiedersehen werden sollen. Seit sieben Jahren hat Alexey Kolvik aus Kasachstan seine Familie aus Homberg nicht mehr gesehen. Vor wenigen Wochen war es so weit.

Dann kam es zum tragischen Unfall. Der 39-Jährige ist seitdem querschnittsgelähmt, seine Auslandskrankenversicherung weigert sich, die Kosten für die Reha zu übernhemen.

Eigentlich wollte sich Alexey Kolvik nur kurz im Pool seiner Verwandten in Homberg erfrischen. „Wir saßen alle zusammen, lachten und feierten das große Wiedersehen und ihre gute Anreise“, berichtet Tatyana Badun. Als die Familie ins Haus ging, blieb der 39-Jährige im Freien – und kam nicht mehr zurück. Er müsse an der Treppe des Außenpools hängen geblieben und bewusstlos geworden sein, vermutet Badun.

Ärzte gaben keine gute Prognose

Als Kolviks Frau ihren Mann fand, habe er nicht mehr geatmet. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass sich der 39-Jährige beim Sturz zwei Halswirbel gebrochen hatte. Dann folgten schwere Stunden für die Familie: Kolvik musste notoperiert werden, die Ärzte gaben ihm keine gute Prognose. 

Inzwischen sei er aus dem Koma aufgewacht, könne wieder selbstständig atmen und seine Arme leicht bewegen. Dennoch werde er querschnittsgelähmt bleiben. „Im Kopf ist er total klar“, sagt Badun und kämpft mit den Tränen. Ihr Verwandter habe großes Glück gehabt.

Zwei Mal in der Woche fahre die Familie derzeit ins Kasseler Klinikum, kümmert sich um den 39-Jährigen, füttert und umsorgt ihn. „Hauptsache, er lebt“, sagt Badun. Kolviks Frau und dessen Kind seien nun erst einmal bei der Familie in Homberg untergekommen.

Badun: Zu schlechte ärztliche Versorgung in Kasachstan

Sie wollen nun alles dafür tun, damit es Alexey Kolvik wieder besser geht. „Wir versuchen, in Deutschland eine Rehabilitation zu organisieren“, sagt Badun. In Kolviks Heimatland Kasachstan sei die ärztliche Versorgung zu schlecht. Ein dreimonatiges Visum besitze Kolvik bereits. Er könnte bereits Mitte August mit der Rehabilitation beginnen, berichtet Badun. Noch scheitert das allerdings an der Kostenfrage.

Die Familie ist dringend auf Spenden angewiesen. Etwa 16 000 Euro soll eine sechswöchige Reha kosten, sagt Badun. Danach müsse abgewartet werden, ob ein weiterer Aufenthalt nötig wird. Die Kliniken in der Umgebung verweigern nach Aussage von Badun aber die Aufnahme. Denn es ist nicht geklärt, wer die Kosten trägt. „Wir versuchen, was möglich ist. Zur Not müssen wir einen Kredit aufnehmen“, erzählt sie.

Unterstützt wird die Familie von der Kirchengemeinde in Lützelwig. Pfarrerin Heike Schneider hatte mit Hilfe des Landeskirchenamts innerhalb eines Tages ein Spendenkonto errichtet. Auch die Dorfgemeinschaft habe die Familie sofort unterstützen wollen. „Das sind unsere Leute, die gehören zu uns. Das geht uns jetzt einfach etwas an“, sagt Schneider.

Spendenkonto

Die evangelische Kirche in Lützelwig unterstützt die Familie von Alexey Kolvik und hat für sie ein Spendenkonto eingerichtet. Mehrere Tausend Euro seien schon zusammengekommen. Wer spenden möchte, kann dies unter folgenden Angaben tun: Evangelische Bank, IBAN: DE46 5206 0410 0002 1001 00, BIC: GENODEF1EK1, Verwendungszweck: Kirchengemeinde Lützelwig Hilfe für Familie Ott/Luz.

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