Theater nimmt Kulturarbeit wieder auf 

Krise schreibt eigenes Stück: 3hasen wollen noch mehr Kultur aufs Land holen 

Laden wieder zu Theater und Kultur ein: Silvia Pahl und Klaus Wilmanns.
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Laden wieder zu Theater und Kultur ein: Silvia Pahl und Klaus Wilmanns.

Die Coronapandemie hat den Schauspielern Silvia Pahl und Klaus Wilmanns deutlich gezeigt, was sie doch eigentlich längst wussten: Das Leben ist alles, aber nicht planbar.

Dabei hatten die beiden Künstler das Jahr 2020 so gut durchplant wie kaum ein anderes: Der frisch bezogene Kulturknotenpunkt am Homberger Marktplatz bot eine gute Basis, viele Bühnen im Land Aufträge, die eigenen Ideen trugen Früchte. Und dann kam Corona – und das gesellschaftliche Leben stand wochenlang still. Erst jetzt kommt wieder Bewegung in den Kulturknotenpunkt: Silvia Pahl und Klaus Wilmanns treten am Sonntag im Kloster Haydau auf, am Mittwoch kommt die Arbeitsgruppe „Im Wunderland“ erstmals wieder zusammen. Natürlich mit Abstand und Hygieneregeln.

Ohne Publikum ist die Arbeit sinnlos 

Die Pandemie erleben die beiden Künstler als bedrohliche Situation: „Ohne Publikum ist unsere Arbeit schlicht sinnlos“, sagt Klaus Wilmanns. Dabei stand das Publikum im März Schlange, als 3hasen mit großem Spaß an der Sache das Stück Daumesdick für Kindergärten und Schulen aufführten. „Wir sind aus der Euphorie ins Nichts gefallen“, sagt Silvia Pahl. Doch so richtig leer war das Nichts nicht, denn die Theatergruppe erhält Zuschüsse vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und muss deshalb ihre Arbeit auch in Coronazeiten dokumentieren, ihr Ziel und Konzept an die Gegebenheiten anpassen.

Kultur aufs Land bringen 

Dabei hat sich am Ziel – oder besser gesagt, der Vision – der Hasen nichts verändert: Sie wollen noch mehr Kultur aufs Land bringen und breit anlegen. Und gleichzeitig all diejenigen, die sie bisher mit an Bord und ins Boot geholt haben, weiter begeistern und bei der Stange halten. „Es wäre fatal, wir müssten ein Jahr Pause machen“, sagt Silvia Pahl.

Deshalb haben sie in den vergangenen Wochen ihre kulturellen Begleiter aufgefordert, tagebuchartig festzuhalten, wie es ihnen in Zeiten der Krise geht, Listen für Gefühle, Gedanken, Momente anzulegen und all das zum nächsten Treffen mitzubringen. „Corona zeigt, wie sehr wir alle einander, den Austausch, die Freundschaft brauchen“, sagt Silvia Pahl. Aus der coronabedingten Gesellschaft der Vereinzelten soll wieder eine Gemeinschaft werden, die bereit ist, neue kulturelle Prozesse spielerisch und mit Freude in Gang zu bringen.

Hasen wollen nicht ins Netz 

Denn auch wenn das Internet zuletzt eine große Rolle spielte und der Prozess der Digitalisierung stark voranschreitet: Die Hasen denken gar nicht daran, ins Netz zu gehen, digital erlebbar zu werden. „Wie soll das denn funktionieren?“, fragt Wilmanns, der die Schwingung zwischen Publikum und Künstlern als riesige und dennoch nicht darstellbare Messeinheit bezeichnet. Die Digitalisierung kann vieles – aber Menschen weder berühren noch bewegen. Und gerade das sei die alles entscheidende Macht des Theaters: Die so unterschiedlichen Antennen und Wahrnehmungen für Stimmung, Spannung, Kommunikation wahrzunehmen. Wer beim Startschuss nach dem Lockdown dabei sein will, dem stehen im Kulturknotenpunkt Tür, Tor und die Theaterwelt offen.

Termine 

Sonntag, 14. Juni: 15 Uhr Kloster Haydau Morschen: Nordhessischer Kultursommer: Szenische Lesung mit musikalischen Elementen zum „Froschkönig“

Freitag, 19. Juni: 18.30 Uhr im Kulturknotenpunkt Arbeitsgruppe „Im Wunderland“ genau wie am Freitag, 17. Juli, 18.30 Uhr.

Samstag, 7. November: voraussichtlich Premiere des neuen Stücks „Wunder“ im Saal am Marktplatz.

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