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B254: Straßensanierung zwischen Frielendorf und Lützelwig sorgt für große Umleitung

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Von: Chantal Müller

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Auto reiht sich an Auto: Die stark befahrene Bundesstraße 254 wird zwischen Lützelwig und Frielendorf erneuert.
Auto reiht sich an Auto: Die stark befahrene Bundesstraße 254 wird zwischen Lützelwig und Frielendorf erneuert. © Cora Zinn

Die Bundesstraße 254 wird zwischen Frielendorf und Lützelwig saniert. Das führt zu einer langen Umleitung für die im Durschnitt 9500 Fahrzeuge, die täglich auf der Strecke unterwegs sind.

Lützelwig – Die Neuentaler und Jesberger Einwohner sind in diesem Jahr nicht die einzigen, die lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Nun trifft es auch all jene, die auf der B 254 zwischen Frielendorf und Lützelwig in Richtung Homberg unterwegs sind. Statt wie bisher knapp elf Kilometer zwischen Frielendorf und Homberg zurückzulegen, müssen sie nun 25 Kilometer fahren, wenn sie sich an die offizielle Umleitungsstrecke halten. Der Grund: Hessen Mobil erneuert zwischen Frielendorf und Lützelwig die Straße. Und zwar voraussichtlich bis Mitte September. Die Strecke ist in Richtung Schwalmstadt einspurig befahrbar.

Die Arbeiten

Knapp 9500 Fahrzeuge sind täglich im Durchschnitt auf der B  254 unterwegs, 1200 von ihnen Lkw. Nicht nur für deren Fahrer brechen jetzt harte Zeiten an. Auch für die Wernswiger und Lützelwiger führt der Weg zu ihren Häusern nicht mehr über die Bundesstraße, teilt Marco Lingemann, Sprecher von Hessen Mobil, auf HNA-Anfrage mit. Dieser Streckenabschnitt wurde nun zuerst gesperrt. Auf 3,5 Kilometern sollen die oberen Asphaltschichten abgenommen und mit einer zwölf Zentimeter dicken Asphalttragschicht und einer acht Zentimeter dicken Asphaltbinderschicht aufgefüllt werden. Anschließend wird die Fahrbahndecke mit einer vier Zentimeter dicken Deckschicht verschlossen.

Zusätzlich zu diesen Arbeiten werden außerdem die Wirtschaftsweganschlüsse und Zufahrten an die Fahrbahn der Bundesstraße angepasst. Auch erhält die Straße neue Entwässerungseinrichtungen, Markierungen, Verkehrsinseln und Fahrbahnteiler. Damit ging es laut Leonie Röntgen von Hessen Mobil bereits am Montag zuerst los: Arbeiter hätten mit Kanalarbeiten begonnen, zusätzlich wurden Schutzplanken abgebaut. „Deshalb sieht man noch nicht überall, sondern nur punktuell etwas.“

Zeitgleich setzt Hessen Mobil die Brücke über den Ohebach bei Frielendorf Nord instand. Dabei sollen einzelne Risse und Schadstellen repariert werden.

Die Umleitungen

Gebaut wird in zwei Bauabschnitten. Nachdem die Strecke vom Abzweig der Landesstraße 3148 kurz hinter Frielendorf-Nord bis nach Lützelwig erneuert wurde, wird laut Hessen Mobil voraussichtlich ab Mitte August der Abschnitt der B 254 zwischen Frielendorf Nord und dem Abzweig Richtung Allendorf erneuert.

Während des ersten Bauabschnitts ist eine Einbahnstraßenregelung Richtung Schwalmstadt geplant. Möglich wird das, weil die Bundesstraße mit knapp elf Metern deutlich breiter ist als eine Landesstraße. „Wenn eine Straße zu schmal ist, müssen wir die Arbeiter schützen. Deshalb gibt es auf Landesstraßen oft Vollsperrungen“, erklärt Lingemann. So werde nun auf sechs Metern gebaut, fünf Meter blieben für die Verkehrsteilnehmer, sagt Leonie Röntgen von Hessen Mobil. Die Einbahnstraße führt deshalb nach Schwalmstadt, weil es eine Bedarfsumleitung der Autobahn gibt, die in diese Richtung verläuft. Sie sollte aufrecht erhalten werden.

Für alle, die in Richtung Homberg unterwegs sind, geht es aus diesem Grund über Verna, Roppershain, Lendorf und Uttershausen. Der eine oder andere Autofahrer dürfte nach Luft schnappen, schaut er sich an, wie viele Kilometer er nun mehr fahren muss. Angesichts der enormen Verkehrsmenge, die täglich die Bundesstraße nutzt, sei es jedoch nicht möglich gewesen, eine weniger weiträumige Umleitung einzurichten, erklärt Marco Lingemann. Die Ortsdurchfahrt von Caßdorf etwa sei zu schmal und zu verwinkelt, Begegnungsverkehr kaum möglich.

„Die Straße gibt es einfach nicht her, als Umleitung für so viele Autos genutzt zu werden“, sagt der Sprecher. Deshalb suche Hessen Mobil bei Baumaßnahmen nach Straßen, die gut befahrbar sind. Das sei bei der nun gewählten Umleitungsstrecke der Fall. „Wir müssen den Verkehr so lenken, dass kleine Ortsteile mit engen Straßen möglichst entlastet werden“, sagt Lingemann zum weitreichenden Verkehrskonzept.

Das erklärt auch, warum der Schwerlastverkehr noch großzügiger umgeleitet wird: Lkw, die auf der B 454 aus Richtung Marburg unterwegs sind, sollen die B 3 und A  49 bis zur Anschlussstelle Wabern nutzen und so weiter nach Homberg fahren. Außerdem empfiehlt Hessen Mobil Verkehrsteilnehmenden, die bereits auf der A 5 unterwegs sind, nicht in Alsfeld abzufahren, sondern auf der A 5/A 7 bis zur Anschlussstelle Homberg zu bleiben.

Bei dieser Baustelle habe sich Hessen Mobil bewusst gegen eine Ampelschaltung entschieden, sagt Lingemann. Aufgrund der Länge der zu bearbeitenden Strecke würden die Wartephasen deutlich zu lang, der Verkehr könnte sich weit zurückstauen, so die Befürchtung. Anders sieht es beim geplanten zweiten Bauabschnitt aus. Dort wird es laut Hessen Mobil eine halbseitige Sperrung geben, an der der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen mithilfe einer Ampel an der Baustelle vorbeigeführt werden soll.

Die Kosten

In die Erneuerung der Bundesstraße 254 investiert der Bund etwa 3,3 Millionen Euro. Laut Mitteilung von Hessen Mobil fließen davon jeweils etwa 3,2 Millionen Euro in den Straßenbau und 130 000 Euro in die Instandsetzung der Brücke.

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