Ablehnung auf Bürgerversammlung

Baupläne für Homberger Drehscheibe stoßen auf Skepsis

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Bald beginnt der Umbau: Die Arbeiten am Minikreisel in Homberg, hier ein Archivbild aus dem August 2016, starten am 26. März.

Homberg. In nicht einmal zwei Wochen startet der Ausbau der Homberger Drehscheibe. In der Bürgerversammlung wurde deutlich: Viele Homberger sehen die Ausbaupläne des Kreisverkehrs äußerst kritisch.

Vollsperrung

Eine Geschäftsfrau befürchtet, dass die siebenwöchige Vollsperrung ihren Laden, der nahe der Drehscheibe liegt, in den Ruin treibt. Autofahrer kämen dann nicht mehr in die Innenstadt. „Sie schneiden den Geschäften die Luft ab. Warum muss es gleich eine komplette Sperrung der Drehscheibe sein?“, fragte sie in der Versammlung. Bürgermeister Nico Ritz antwortete, dass eine halbseitige Sperrung nicht möglich sei. „Dann müsste eine Ampelanlage aufgestellt werden, was dazu führen würde, dass sich der Verkehr massiv staut.“ Die Autofahrer würden den Bereich dann meiden.

Ritz betonte, dass die Drehscheibe auch während der Vollsperrung für Fußgänger passierbar sei. Die anliegenden Geschäfte seien zu Fuß erreichbar. Auch sei er zuversichtlich, dass die veranschlagten sieben Wochen Bauzeit nicht überschritten werden.

Feuerwehr

Eine andere Sorge drehte sich um die Feuerwehr- und Rettungswagen. Ein Besucher der Versammlung habe bei einem Ortstermin beobachtet, wie ein Einsatzwagen der Feuerwehr nicht durch den Kreisel gekommen sei.

„Das lag daran, dass der Wagen bei einem Test versucht hat, den aufgemalten Verengungen auszuweichen“, sagte Frank Kruse vom Ingenieurbüro Unger. Im Notfall könnten diese „Nasen“, die an zwei Stellen im Kreisel die Fahrbahn schmälern, überfahren werden. „Bei dem Ortstermin stand dazu ein Fahrzeug im Halteverbot“, sagte Kruse. Das habe die Situation für den Feuerwehrwagen erschwert.

Regenwasser

Eine Anwohnerin der Ziegenhainer Straße hat schon seit längerer Zeit mit den Regenmassen, die „wie Flüsse die Straße herunterfließen“, zu kämpfen. Die Konsequenz: Ihr Keller laufe oft voll. Frank Kruse nährte allerdings die Hoffnung, dass sich das Problem künftig nicht mehr stellt: „Durch die Erhöhung der Mittelinsel gibt es ein wasserführendes Element.“ Zudem könnten zusätzliche Regeneinläufe eingebaut werden, um die Wassermassen abzuleiten.

Nachhaltigkeit

Auf den Vorwurf eines Besuchers, warum mit der Drehscheibe „das beste Stück Straße Hombergs“ saniert werde, aber baubedürftigere Stellen nicht angefasst würden, sagte Ritz: „Die Drehscheibe ist ein zentraler Knotenpunkt der Stadt.“ Dazu soll die Sicherheit der Fußgänger durch den Umbau sichergestellt werden. Der Kreisel habe darüber hinaus auch eine ästhetische sowie eine städtebauliche Funktion.

Der Umbau solle für mindestens 30 Jahre halten, daher würden unter anderem auch die Wasserleitungen kontrolliert und gegebenenfalls saniert. „Es wird jetzt Zeit. Wir müssen und wollen hier fertig werden“, sagte Ritz zum Abschluss.

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