Homberg

Baustopp im Baugebiet: Arbeiten an der Nordumgehung eingestellt

Die Baustelle ist verwaist: Investor Wilhelm Schneider aus Waldeck-Frankenberg will an der Nordumgehung in Homberg ein Fachmarktzentrum errichten. Doch derzeit ruht die Baustelle. Foto: Yüce

Homberg. Investor Wilhelm Schneider ist sauer: Eigentlich wollte er mit den Arbeiten auf dem Gelände an der Nordumgehung in Homberg schon viel weiter sein.

Doch mussten die Baufirmen nach den ersten, grundlegenden Arbeiten jetzt wieder abziehen. Es lägen noch nicht alle Genehmigungen für den Weiterbau vor, und das, obwohl er längst alle nötigen Unterlagen dafür eingereicht habe, betont Schneider im HNA-Gespräch.

Die Folge: Es gebe nun nicht nur einen monatelangen Verzug, wie Schneider sagt, sondern Folge sei auch, dass ihm deshalb mögliche Interessenten abspringen könnten.

Das Gerücht: Was Wilhelm Schneider persönlich besonders trifft: Mittlerweile brodele in Homberg die Gerüchteküche. Schneider habe kein Geld, um weiterzubauen, heiße es. Das verärgere ihn sehr, denn solch üble Nachrede könnte sich geschäftsschädigend auswirken, so der Investor aus Korbach (Waldeck-Frankenberg). Das Gerücht halte sich hartnäckig. „Da ist aber nichts dran“, sagt er.

Die Zusatzkosten: Er sei unverschuldet in diese Situation gekommen, die ihm nicht nur Ärger, sondern auch zusätzliche Kosten verursache. So müsse zum Beispiel die Baustelle neu eingerichtet werden, wenn die Genehmigung vorliege.

Die Pläne: Auf dem Gelände an der Nordumgehung will Schneider ein Fachmarktzentrum errichten (wir berichteten). Unter anderem will er dorthin mit seinem Zugreif-Baumarkt ziehen. Außerdem hat er die Genehmigung dafür, dort zum Beispiel einen Getränkemarkt oder einen Elektrofachhandel anzusiedeln. Sortimente, die nicht innenstadtrelevant sind, so die Auflage der Stadt. Somit wäre zum Beispiel ein Lebensmittelmarkt auf dem Gelände nicht zulässig.

Die Wünsche: Gerne wollte Schneider auch eine Tankstelle auf das Gelände holen, doch werde daraus nichts. Es sei schwierig, für eine Tankstelle an dieser Stelle einen Interessenten zu finden, erklärte er. Außerdem würde der Investor dort auch gerne ein chinesisches Restaurant ansiedeln. Doch ob das möglich sein wird, darüber werden die Homberger Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 26. November entscheiden. Sollte es keine gravierenden Einwände geben, stehen die Chancen für die Gastronomie gut.

Schneider hofft derweil auf keine weiteren zeitlichen Verzögerungen. „Mir springen sonst die Mieter ab“, sagt er. So sei es auch mit einem Interessenten für einen Elektrofachmarkt gewesen. Eigentlich müsse einer Stadt doch an so vielen Investoren wie möglich gelegen sein, sagt Schneider.

Das sagt der Bürgermeister

Die Stadt habe allem entsprochen, was Investor Schneider gewünscht habe. Man lasse lediglich innenstadtrelevante Sortimente nicht auf dem Gelände zu. Verzögerungsgründe lägen komplett beim Investor, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf HNA-Anfrage.

Die Stadt habe ihre Aufgaben erfüllt. So werde zum Beispiel der naturschutzfachliche Ausgleich durch die Stadt mit der Bauleitplanung abgearbeitet, der Bauherr sei verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Dieses Verfahren habe aber keine Auswirkung auf die Baugenehmigung, die der Landkreis erteile.

Es gebe grundsätzlich jedoch viele Faktoren, die den Ablauf beeinflussten, erklärt Ritz.

Das sagt der Landkreis

Es gebe einen Bebauungsplan für ein Sondergebiet Einzelhandel, nachdem Schneider umgehend mit dem Bau eines Elektromarktes beginnen könnte, sagt Michael Schneider, Büroleiter des Landkreies.

Doch habe der Investor seine Pläne geändert und wolle nun zusätzlich einen gastronomischen Betrieb auf das Gelände bringen. Dieses Vorhaben sei derzeit nicht zulässig, dafür müsse erst der Bebauungsplan geändert werden.

Der Kreis würde dem Investor auch entgegenkommen, etwa bei der Erteilung der Baureife. Grundsätzlich habe ein Investor keinen Anspruch darauf, dass eine Stadt einen Bebauungsplan ändere. Ihm sei die Kritik unverständlich, sagt Michael Schneider.

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