Preisgekrönte Schuhe im Wert von 1800 Euro 

Ein besonderer Schuh: Homberger gewinnt als erster Hesse bayerischen Orthopädie-Preis

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Im nächsten Jahr will er den ersten Platz: Orthopädieschuhtechniker Daniel Trebus mit seinem Modell eines orthopädischen Schuhs.

Schuhe wie aus dem Science-Fiction-Film "Zurück in die Zukunft" - damit gewann Daniel Trebus von Orthopädie-Schuhtechnik Schott in Homberg überraschend einen Wettbewerb in Bayern. 

Tarnfarben, eine Sohle in schwarz und orange, reflektierende Einsätze, eine Schnürung an der Seite und auf dem Schaft noch ein Reißverschluss – der Schuh, den Orthopädischuhtechniker Daniel Trebus aus Homberg angefertigt hat, ist alles andere als langweilig. Und sogar preisgekrönt: Trebus war der erste Hesse, der an einem bayerischen Wettbewerb für Schuhtechniker teilnahm. Und dabei auf dem Siegertreppchen landete. Der 35-Jährige hat beim Wettbewerb der Landesinnung Bayern für Orthopädie-Schuhtechnik mit seiner Interpretation eines orthopädischen Schuhs den dritten Platz belegt.

„Ich habe nie damit gerechnet, dass ich gewinne“, sagt Daniel Trebus. Eigentlich habe er den Schuh für sich selbst angefertigt. Ganz nach seinem Geschmack. Was bei der Jury gut ankommt, hätten weder er noch sein Meister einschätzen können. Die einzige Vorgabe: orthopädische Böden – Einlagen für Menschen mit Fußhebeschwäche.

Orthopädieschuhtechniker Daniel Trebus von Schott Orthopädie-Schuhtechnik in Homberg.

Also zeichnete Trebus einen Entwurf – mit Einflüssen von Schuhen aus dem Film „Zurück in die Zukunft“. Drei Monate habe er Zeit gehabt, um ein Modell zu entwickeln und zu bauen, sagt Trebus. „Ich hatte aber gleich im Kopf, welchen Schuh ich gestalten möchte.“ Die Materialien waren bei seinem Arbeitgeber Schott Orthopädieschuhtechnik in Homberg vorrätig.

Die hatten ihn auch dazu ermutigt, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Das Nähen dauerte etwa drei bis vier Wochen. „Dann haben wir den Schuh nach Bayern geschickt. Und irgendwann kam der Brief, dass ich Dritter geworden bin“, berichtet der Schuhtechniker.

Preis: 1800 Euro

Daniel Trebus übt dieses Handwerk seit 2005 aus, seit 2017 ist er bei Schott in Homberg beschäftigt. Er hat seinen preisgekrönten Schuh in der Freizeit gefertigt. Jedes Detail der Sohle wurde per Hand ausgeschnitten, ein Kunde müsste etwa 1800 Euro dafür bezahlen.

Ziel des Modells war, zu zeigen, dass orthopädische Schuhe nicht langweilig sein müssen. „Es geht auch bunt“, sagt Karsten Weber, zuständig für die Pressearbeit bei Schott Orthopädie-Schuhtechnik. Die Firma mache es stolz, dass Trebus gleich beim ersten Versuch einen Preis gewonnen hat. Es zeige, dass die Arbeit honoriert werde.

„Wir wollen damit einen Ansporn bieten“, sagt Weber. Umso schöner sei es, dass die Firma Schott und Daniel Trebus mit dem 3. Platz Hessen vertreten hätten. „Das ist Handwerk, was wir hier machen.“

Daniel Trebus jedenfalls will weiter machen – auch im nächsten Jahr. Sein Ziel: „Nächstes Jahr machen wir den ersten Platz.“

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