Laden durch EU gefördert

Bei ihr darf es bunt sein: Holländerin führt Geschäft in Homberger Altstadt

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Bonbons und Lakritz aus Holland: Marjan Norder hat in ihrem Homberger Laden ein ganzes Regal voll mit Süßigkeiten.

Lakritz und Gebäck aus Holland, hausgemachter Kuchen, selbst genähte Kinderkleidung und allerlei Geschenkartikel: Der Conceptstore von Marjan Norder in der Homberger Altstadt hat einiges zu bieten. Die Holländerin erhielt Unterstützung von der EU. 

Der Schornsteinfeger trinkt noch schnell einen Kaffee, die Frau von nebenan schaut vorbei, um einfach mal Hallo zu sagen, eine Kundin sucht nach dem passenden Stoff für ihre Sitzkissen – im Conceptstore von Marjan Norder in der Homberger Altstadt ist jeder willkommen. Und hier steckt gleich im doppelten Sinn Europa drin: Die 47-Jährige stammt aus den Niederlanden, ihr Geschäft in Homberg wurde über das Leader-Programm mit EU-Geldern gefördert.

Es ist bunt bei Marjan Norder. In der einen Ecke stehen große Gläser, randvoll gefüllt mit allerlei holländischen Süßigkeiten, in der nächsten ist selbst genähte Kinderkleidung ausgestellt. Es gibt Geschenkartikel und sogar eine kleine Ecke, in der Kunden gemütlich einen Kaffee trinken und ein Stück selbstgebackenen Kuchen oder holländisches Gebäck essen können. Ganz so, wie es im Norden Hollands üblich sei, berichtet die 47-Jährige. „Es darf gerne ein bisschen bunt sein.“

Was die Kunden neben dem bunten Angebot wohl aber mindestens genauso in den kleinen Laden an der Westheimer Straße lockt, ist die Warmherzigkeit und Freundlichkeit, die die Holländerin ausstrahlt. Sie lebt gerne in Homberg. Das spürt man. „Wir fühlen uns gut angenommen“, sagt sie.

Bonbons und Lakritz aus Holland: Marjan Norder hat in ihrem Homberger Laden ein ganzes Regal voll mit Süßigkeiten.

Dabei sind Marjan Norder und ihr Ehemann nur ganz zufällig in Homberg gestrandet. Die 47-Jährige arbeitete früher in der Gastronomie. Als ihr Mann aus beruflichen Gründen vor zwölf Jahren nach Deutschland ziehen musste, ging sie mit. Die beiden lebten in Münster und im Emsland – bis sie sich einem neuen Projekt widmen wollten. „Unser Traum war immer eine eigene Pension. Wir wollten uns selbstständig machen“, sagt sie.

Also schauten sie sich in Deutschland nach Häusern um, die zum Verkauf standen. „Wir hatten aber nie das Gefühl: Hier stimmt es.“ Bis sie nach Homberg kamen. Gemeinsam seien sie durch die Stadt spaziert und hätten sich Häuser angeschaut, erzählt Marjan Norder. „Ich hatte direkt ein gutes Gefühl hier.“ Das war 2014. Knapp ein Jahr später eröffneten sie ihr Geschäft in Homberg. Um das umzubauen, beantragte das Paar eine Förderung beim Leader-Programm. Mit etwa 6000 Euro wurden sie so von der EU bei dem Start in ihre Selbstständigkeit unterstützt, sagt Marjan Norder.

Der kleine Laden wächst und wächst. Die 47-Jährige näht einige Artikel für Kunden selbst und bietet Naturprodukte an. Zwar habe sie einen langen Atem haben müssen. Inzwischen komme aber eine feste Kundschaft zu ihr, berichtet sie. „Am Anfang wollten die Leute nur gucken. Aber jetzt finden sie das interessant.“ Das, berichtet Marjan Norder, sei ein Unterschied zwischen Deutschen und Holländern: Die Deutschen seien zwar skeptischer. Aber dafür hilfsbereiter als die Menschen in den Niederlanden.

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