Beim Sparen gewinnen

Statt Schließung: Kooperation zwischen Stadtbücherei und THS-Mediothek

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Könnte bald größer werden: Die Mediothek der THS würde wachsen, wenn es zur Kooperation mit der Stadtbücherei käme. Viele Vorteile sieht darin auch Schulleiter Dr. Ralf Weskamp.

Homberg. Die städtische Bücherei in Homberg bringt Verluste ein - jetzt gibt es um sie Diskussionen.

Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: 37.000 Euro kostet die Stadtbücherei Homberg die Stadt jährlich. 2700 Euro fließen durch die Ausleihe wieder zurück. Rein rechnerisch ist es also ein Minusgeschäft.

In Zeiten, in denen es einer Stadt gut geht, rechnet man gerade bei diesem Posten nicht weiter nach. Schließlich geht es um Wissensvermittlung und Leseförderung. Allerdings sieht das anders aus, wenn in der städtischen Kasse kein Geld mehr ist. Man dringend sparen muss. Dann stehen auch die so genannte freiwillige Leistungen der Kommune auf dem Prüfstand - dazu gehört auch die Bücherei. Doch statt diese einfach zu schließen, hat man sich in der Stadtverwaltung eine andere Lösung einfallen lassen.

Details noch klären 

„Wir wollen das Angebot aufrecht erhalten“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Deshalb habe man sich über eine andere Organisation Gedanken gemacht, um Kosten zu sparen, erklärt er auf HNA-Anfrage. Eine Möglichkeit wäre eine Kooperation mit der Theodor-Heuss-Schule, das sahen auch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend so.

Ein erstes Gespräch mit Schulleiter Dr. Ralf Weskamp habe er bereits geführt, sagt Ritz. Die THS habe eine große und moderne Mediothek, und die Stadt könne nicht nur ihren Bestand überführen, sondern die Mediothek gegebenfalls auch personell unterstützen. Die Details müsse man noch klären.

„Dadurch könnten die Öffnungszeiten ausgedehnt werden“, nennt Ritz einen weiteren Vorteil. Derzeit seien die der Stadtbücherei keine Sensation. Eine Ausdehnung auf 4,5 Tage sei durch eine Kooperation mit der THS möglich. Überhaupt sei es aus seiner Sicht eine gute Lösung: Die THS habe bessere Räume, und es gebe einen barrierefreien Zugang. „Alles Vorteile für die Nutzer.“ 135 Erwachsene und fünf Jugendliche haben derzeit Bücherei-Ausweise.

Schnelle Umsetzung möglich 

Sollte man sich mit der THS einig werden und der Schulträger zustimmen, dann sei eine Umsetzung schon im ersten Halbjahr 2015 möglich, erklärt Ritz. Auch Kinderbuch-Angebote an Grundschulen seien möglich. Schließlich sollten die Bücher dort angesiedelt werden, wo deren Leser seien. Die Räume der Bücherei am Kirchplatz befinden sich in einem städtischen Gebäude. „Es ist eine Wohnung“, sagt Ritz. Diese könne man vermieten, somit komme wieder Geld in die Kasse.

Die Kreisstadt muss dringend Geld sparen, um die Ziele des kommunalen Schutzschirmes zu erreichen. Derzeit müsse ein Defizit von 229.600 Euro abgebaut werden, berichtete Kämmerer Ralf Debus den Ausschussmitgliedern. Deren Entscheidung: Einstimmig für die Kooperation.

Termin: Um die Stadtbücherei soll es auch am Donnerstag in der Stadtverordnetensitzung, ab 18 Uhr, in der Stadthalle gehen.

Das sagt Dr. Ralf Weskamp (THS):

Den Vorschlag, die Stadtbücherei in die Mediothek der Theodor-Heuss-Schule zu integrieren, finde er grundsätzlich gut, sagt Schulleiter Dr. Ralf Weskamp. „Wir müssen aber erst noch ausloten was möglich ist“, betont er. Und: Der Schulträger müsse zustimmen. Ein erstes Gespräch mit dem Landkreis sei bereits positiv verlaufen. Zudem gebe es ähnliche Kooperationen, zum Beispiel in Gudensberg und Felsberg.

Durch eine Zusammenlegung würde der Bestand der THS-Mediothek wachsen und die Öffnungszeiten ausgeweitet. „Weil wir das Angebot ja nicht nur den Schülern machen wollen.“ Derzeit sei die Mediothek von 8 bis 15.15 Uhr geöffnet. Künftig sollte es dann auch in den späteren Nachmittagsstunden Angebote geben. Es sei auch eine Beteiligung der Stadt an den Personalkosten nötig. Denn derzeit würden diese über den Europäischen Sozialfonds finanziert. Der Vertrag laufe aber zum Jahresende aus.

Im nächsten Schritt werde man sich die Stadtbücherei und deren Bestände ansehen und auswerten, erklärt Weskamp.

Von Maja Yüce

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