Sie war Teil der Weltbibelausstellung

Berühmte Druckerpresse steht jetzt in Homberg

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Es kann jetzt losgehen: Schriftsetzermeister Mike Luthardt an der neuen Druckerpresse. Sie kann mit beweglichen Lettern drucken.

Homberg – Druckerschwärze, Druckballen und vor allem: bewegliche Lettern. Das bietet die neue Druckerpresse im Haus der Reformation in der früheren Homberger Engelapotheke.

Sie war Teil der Weltbibelausstellung in Wittenberg. Sogar der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, druckte bereits an ihr. In das Museum, das im März offiziell eingeweiht werden soll, gelangte sie durch einen Zufall.

Es war ein Telefonat, das Bernd Herbold, der im Vorstand des Hauses der Reformation ist, auf die besondere Druckerpresse aufmerksam machte. Ein Schreiner und Zimmermann aus Görlitz habe ihm von der Presse erzählt, sagt Herbold. Bis 2017 stand sie in Wittenberg, war dort im Reformationsjahr bei der Weltbibelausstellung zu sehen.

„Die Druckerpresse bietet die Möglichkeit, mit beweglichen Lettern zu arbeiten“, sagt Herbold. Damit werde die Idee, das Museum als außerschulischen Lernort anzubieten, umsetzbar. Denn neben der neuen Druckerpresse, die von der Kreissparkasse gespendet wurde, gibt es bereits eine weitere in der Engelapotheke.

Jetzt, wo beide Nachbauten in der Engelapotheke untergebracht sind, habe sich auch ein Team „Außerschulischer Lernort“ gebildet, sagt Herbold. Eine Gruppe von Lehrern der Theodor-Heuss-Schule habe sich zusammengetan, um mit Schriftsetzermeister Mike Luthardt Schülern den Buchdruck zu erklären. Außerdem sei geplant, das Projekt beim Kultusministerium anzumelden, um mögliche Fördergelder zu erhalten.

Schüler sollen im Museum nicht nur ihren Namen selbst setzen können — sie sollen auch lernen, mit einer Feder zu schreiben. So solle den Schülern der Wandel der Druckerkunst erklärt werden, berichtet Schriftsetzermeister Mike Luthardt. An den unterschiedlichen Stationen werde deutlich, wie lange es früher ohne Computer gedauert habe, einzelne Texte zu schreiben.

Das Museum im Erdgeschoss der Engelapotheke, das im März seine Türen öffnen wird, füllt sich zusehends. Die großen Schautafeln mit Informationen zur Reformation sind bereits angebracht, die Vitrinen mit einigen Ausstellungsstücken gefüllt.

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