Video gegen Vandalismus?

Beschädigung an Hohenburg: Entsetzen bei Burgfreunden ist groß

Vorerst geflickt: Alfred Uloth hat die beschädigte Abdeckung provisorisch abgedeckt. Foto: Yüce

Homberg. Weil immer wieder Zerstörungen auf dem Gelände der Hohenburg viel Ärger und vor allem Schaden verursachen, denkt Alfred Uloth von der Burgberggemeinde über Überwachungskameras auf dem Gelände nach.

„Das würde vielleicht für weniger Vandalismus sorgen“, sagt Uloth. Noch immer ist der Vorsitzende der Burgberggemeinde entsetzt über die erneuten Beschädigungen - diesmal am Burgbrunnen, dessen Abdeckung durch heruntergeworfene, schwere Steine beschädigt wurde (wir berichteten).

Der Schaden sei größer als zunächst gedacht. Vermutlich werde die Reparatur mehr als 5000 Euro kosten, denn nicht nur das Gitter sei stark beschädigt, auch der oberste der drei schweren Sandsteinringe sei durch die Wucht des Aufpralls gerissen. „Es wird nicht einfach, das wieder zu richten.“

2002 wurde das Gitter, das eine kunstvolle Sonderanfertigung ist, auf den Brunnen aufgesetzt. Damals habe man den 150 Meter tiefen Brunnen freigelegt, erklärt Uloth. Aus Sicherheitsgründen sei das Gitter befestigt worden.

Die Zerstörung müsse ein Ende haben, sagt Uloth. Denn längst nicht nur am Brunnen werde sich vergangen. „Bänke werden beschädigt und wir haben schon einen Teil des Geländers der Bühne abmontiert, weil die Stangen immer wieder verbogen wurden“, sagt Uloth und entsorgt eine leere Bierflasche, die achtlos auf das Burggelände geworfen wurde. „Das ist nur eine Kleinigkeit“, sagt er.

Fast jeden Tag sei jemand von der Burgberggemeinde auf dem Gelände. „Dann wird nachgesehen, ob alles in Ordnung ist. Aber es kommt immer häufiger zu Beschädigungen“, sagt Uloth. Dabei sei die Hohenburg mehr als ein Wahrzeichen für Homberg. „Sie bedeutet den Hombergern viel“, sagt Uloth. Eine Möglichkeit wäre es zwar, das Burgtor zu schließen, doch verschließen will man sich bei der Burgberggemeinde nicht: „Die Menschen sollen unser tolles Bauwerk besichtigen können.“

Gleich dreifach verschlossen ist indes der Geldkasten für die Brunnenbeleuchtung. Werfen Besucher dort einen Euro ein, geht das Licht im Brunnen an und man kann erahnen, wie tief er tatsächlich ist. „Den Kasten bekommt man nur mit schwerem Werkzeug auf und die Beute lohnt nicht“, sagt Alfred Uloth.

Um sich vor weiteren Übergriffen zu schützen, wollen die Burgfreunde nun alle herumliegenden Steine, die weniger als 30 Kilogramm wiegen, vom Gelände entfernen. „Dann können sie nicht mehr vom Plateau auf den Brunnen geworfen werden“, sagt Uloth. Und: In den nächsten Tagen will er mit der Polizei über weiteren Schutz - wie etwa die mögliche Kameraüberwachung - sprechen. Schließlich müsse man sich an das Gesetz halten. Die Stadt habe letztlich zu entscheiden.

Das sagt die Polizei 

Für die Kameraüberwachung im öffentlichen Raum, zu dem das Gelände der Hohenburg zähle, gebe es rechtliche Voraussetzungen, die man beachten müsse, erklärt Markus Brettschneider von der Polizeidirektion in Homberg. Andernfalls hätten die Aufnahmen zum Beispiel keine Beweiskraft.

Das sagt der Bürgermeister 

Es sei sehr schade, dass die Zerstörungen überhand genommen haben und man sich überhaupt Gedanken über eine mögliche Videoüberwachung auf dem Burgberg machen müsse, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Ob es aber dazu komme, das müssten die Gremien der Stadt entscheiden.

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