Tag des Europäischen Notrufs

Besuch bei der Rettungsleitstelle des Schwalm-Eder-Kreises in Homberg

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Er geht bei der 112 ans Telefon: Andreas Kömpel ist einer von insgesamt 14 Mitarbeitern in der Leitstelle des Schwalm-Eder-Kreises.

Damit im Notfall schnelle Hilfe kommt, sitzen Tag und Nacht Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle. Wir waren vor Ort und haben uns die Arbeit genauer angesehen.

Wer im Schwalm-Eder-Kreis die 112 anruft, landet bei Andreas Kömpel oder einem seiner 13 Kollegen. Sie sitzen in der Leitstelle in Homberg, die für den gesamten Landkreis zuständig ist und kümmern sich rund um die Uhr darum, dass jeder, der in Not ist, schnelle Hilfe bekommt.

„Die fünf W-Fragen, die jeder gelernt hat, sind eigentlich nicht mehr aktuell“, erklärt Uwe Wunsch, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz. Die Mitarbeiter seien so geschult, dass sie im Gespräch alle wichtigen Informationen erhalten, weil sie direkt die Gesprächsführung übernehmen. 

Das sei in einer Notsituation wichtig, damit Feuerwehr oder Rettungsdienst schnell vor Ort sein können. Je nach Fall bleiben die Leitstellen-Mitarbeiter auch am Telefon und versuchen zu unterstützen.

Das könne so weit gehen, dass Anrufern auch erklärt werde, wie eine Wiederbelebung funktioniert oder wo der nächste Defibrillator zu finden ist. „Telefon-Reanimation“ heißt das im Fachjargon. „So etwas kommt regelmäßig vor“, sagt Kömpel. 

Die 112 gilt europaweit

Dass man über die 112, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, schnelle Hilfe bekommt, scheint aber vielen nicht bewusst zu sein. „Laut einer aktuellen Statistik kennen nur rund 30 Prozent der Menschen die europaweite Notrufnummer 112“, sagt Wunsch. 

Um die Bekanntheit der lebensrettenden Telefonnummer zu verbessern, gibt es seit mehr als zehn Jahren den europäischen Tag des Notrufs – jedes Jahr am 11.2. Wunsch: „Uns geht es darum, Unsicherheiten abzubauen.“ Er rät daher: „Im Notfall immer die 112 wählen!“

Wenn bei Andreas Kömpel ein Gespräch aufläuft, hört er schon am Klingeln, ob es ein Notruf oder etwa die Bestellung eines Krankentransports ist. Im Gespräch strahlen Kömpel und seine Kollegen Ruhe aus und lassen sich nicht aus dem Konzept bringen.

Die Technik in der Leitstelle unterstützt die Mitarbeiter dabei, immer die Richtigen zu alarmieren. Sie sehen, welche Feuerwehr welche Ausrüstung hat und welcher Rettungswagen gerade in der Nähe und verfügbar ist.

Ohne Ausbildung geht es nicht

Voraussetzung für den Job in der Leitstelle ist eine Feuerwehrausbildung zum Gruppenführer. Außerdem müssen die Helfer ausgebildete Rettungssanitäter sein. „Wichtig ist, dass man sich ein Bild der Lage machen kann und dass man weiß, wie es vor Ort aussieht“, sagt Kömpel. Dafür sei eine gute Ausbildung wichtig. 

Nicht nur in der Theorie sind die Mitarbeiter der Leitstelle Profis. Jedes Jahr müssen sie sich fortbilden und auch einige Wochen als Rettungssanitäter im Rettungswagen mitfahren. So ist sichergestellt, dass jeder die Hilfe bekommt, die er benötigt.

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