Zeugen gesucht 

Nach Brand der Küllbergshütte in Harle: Geht ein Brandstifter um?

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Sie bot einen weiten Blick ins Land: Die Küllbergshütte Harle ging in Flammen auf. Durchs Fenster ist die Zuckerfabrik zu sehen.  

Im Schwalm-Eder-Kreis sind innerhalb von vier Wochen drei Hütten und eine Scheune abgebrannt. Die Polizei vermutet, dass die Brände vorsätzlich gelegt wurden. 

Nachdem in der Nacht zum Sonntag die Küllbergshütte im Waberner Ortsteil Harle in Flammen aufgegangen war, liegt die Vermutung, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, auf der Hand. Das bestätigt auch die Polizei: „Wenn kein technischer Defekt in Frage kommt, liegt die Vermutung der Brandstiftung nahe“, sagt Volker Schulz, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Wenn es wirklich so sein sollte, dass ein Brandstifter unterwegs ist, schlägt er in immer rascherer Reihenfolge zu: Am 18. März ging eine Feldscheune zwischen Spangenberg-Bergheim und Morschen-Eubach in Flammen auf, der Schaden belief sich auf rund 100 000 Euro. 

Unklar, ob die Taten im Zusammenhang stehen 

Drei Wochen später, am 6. April, brannte eine Grillhütte in Schrecksbach, am 7. April eine zweite in Riebelsdorf. Nur eine Woche später wurde die Harler Küllbergshütte zerstört. Alle Taten ereigneten sich übrigens in einer Samstag- oder Sonntagnacht. Ob aber all diese Brände tatsächlich in einem Zusammenhang stehen, hält die Polizei bislang noch für Spekulation.

In Harle war nach Zeugenaussagen gegen Mitternacht noch nichts von einem Feuer zu sehen, eine halbe Stunde später loderten die Flammen. Zu retten war rein gar nichts mehr – der Kulturverein kann als einziges Überbleibsel eventuell noch einen Bollerofen retten.

Ob die Hütte wieder aufgebaut werden kann, müsse die Bauaufsicht des Landkreises entscheiden, berichtet Waberns Bürgermeister Claus Steinmetz. Bis diese Entscheidung aber getroffen werde, stünden noch viele Gespräche mit Versicherungen und Ämtern an. Er selbst bedauere den Verlust des markanten und weithin sichtbaren Gebäudes sehr: „Dieser schöne Ort wird vielen Menschen fehlen“, sagte Steinmetz.

Polizei sucht Zeugen 

Polizeisprecher Volker Schulz will mit der Vermutung, dass ein Brandstifter umgehe, keinesfalls Angst in der Bevölkerung schüren, aber dennoch für so viel Schutz und Prävention wie möglich sorgen. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen, sei aber auch für Hinweise dankbar. 

Gut wäre es, wenn die Vereine in nächster Zeit ihre Grillhütten noch aufmerksamer als zuvor im Auge behielten. Zeugen, die Verdächtiges bemerkt haben, sollten sich bei der Polizei melden: Tel. 0 56 81 / 77 40.

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