Kunst des guten Faltens

Bundestagswahl in Fritzlar-Homberg: Viele schlugen Weg in Wahllokale ein

Coco Römer (von links), Jana Vervejn, Nadja Keim sitzen im Wahllokal in Wabern und nehmen die Wähler in Empfang.
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Sie hatten alles im Blick: Coco Römer (von links), Jana Vervejn, Nadja Keim kümmerten sich im Wahllokal in Wabern um die Wähler.

In den Wahllokalen im Kreisteil Fritzlar-Homberg war trotz hoher Briefwahlzahlen einiges los.

Von wegen, dass die Helfer in den Wahllokalen wegen der hohen Briefwahlbeteiligung unter Langeweile litten – im Homberger Kindergarten Katterbach herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Viele nahmen den Gang zur Wahlurne wörtlich und wichtig: „Seine Stimme hier ganz offiziell abzugeben, ist doch viel festlicher als zu Hause am Küchentisch“, sagte Martina Falk. Auch für Hartmut und Uta Otto aus der Kreisstadt gehört der Gang ins Wahllokal fest zu jedem Wahlsonntag dazu. „Das ist immer eine nette Gelegenheit, mit Menschen zusammenzukommen“, so Uta Otto.

Und anscheinend nutzten am gestrigen zweiten großen Wahltag in diesem Jahr deutlich mehr Menschen diese Chance auf Kontakt als bei der Kommunalwahl im März: Damals seien deutlich weniger Menschen ins Wahllokal gekommen, so Wahlhelfer Frank Wiederhold. Er hat übrigens seine Stimme schon Wochen zuvor per Briefwahl abgegeben, statt gestern in jenen Stunden, die er als Helfer im eigenen Wahllokal verbrachte: Was dann seine Wahlhelferkollegen derart amüsierte, dass sie in schallendes Gelächter ausbrachen – der Aufwand der zuvor erfolgten Briefwahl war schließlich deutlich höher als die zwei Schritte hin von Wiederholds Platz zur Wahlkabine. Die Geschichte sorgte für großes Amüsement – genau wie die Panne, die CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet beim Fototermin an der Urne unterlief. Der hatte den langen Papierstreifen so zusammengefaltet, dass man auf Fotos im Internet sehen konnte, wen er denn gewählt hatte: CDU und CDU – wen wundert’s. Deshalb war einer der wohl am meisten gehörten Sätze in den Wahllokalen gestern „Ich habe aber meinen Wahlzettel besser gefaltet als Armin Laschet“ – zumindest in Werkel.

Ins Wahllokal zu gehen, gehört für viele Menschen einfach zu einem Wahlsonntag dazu. So auch für Renate und Heinz Buchholz aus Wabern. „Da kommt man mal raus und trifft ein paar Leute“, sagte das Ehepaar und lachte. Per Brief wollten sie deswegen nicht wählen. „Wir verbinden das auch mit einem kleinen Spaziergang“, sagte die Rentnerin.

Insgesamt war Wahlhelfer Reiner Momberg zufrieden mit der Situation im Wahllokal in der Mehrzweckhalle in Wabern. „Die Wahlbeteiligung ist wirklich sehr gut. Etwa 30 Prozent aller Wahlberechtigten hatten schon am frühen Nachmittag ihre Stimme abgegeben. Die Briefwähler kommen noch hinzu“, sagte er. Im Wahllokal in Frielendorf bildeten sich um die Mittagszeit sogar kleine Warteschlangen vor dem Eingang des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses.

„Wir sind noch nicht so lang im Dienst, aber uns ist schon gut warm“, sagte Claudia Rebmann. Sie half in der zweiten Schicht von 13 bis 18 Uhr sowie anschließend beim Auszählen der Stimmen mit. Ein zusätzlich eingesetzter Wahlhelfer sorgte für die Einhaltung der Hygienevorschriften. „Ich desinfiziere die benutzten Stifte und die Wahlkabinen“, sagte Christian Simon. (Claudia Brandau und Anna Weyh)

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