Zehn Minuten Feuerwerk

Zum Stadtfest: Ein buntes Spektakel am Himmel

Er zündet zum Stadtfest ein großes Feuerwerk: Der Homberger Lars Röse will sie mit seinen Kollegen in die Luft schießen. Foto: Thiery

Homberg. Er hat ein Hobby, das ist so richtig laut und bunt. Und das wird er bald allen zeigen.

Lars Röse wird den Nachthimmel zum Homberger Stadtfest am kommenden Sonntag für zehn Minuten in ein krachendes und blinkendes Event verwandeln. Das Höhenfeuerwerk ist der Abschluss des Festes.

Dabei wird er nicht allein auf dem Plateau im Homberger Burghof stehen; seine Kollegen von der Firma Pyroformance aus Baunatal sind mit von der Partie, wenn sie mit einem lauten Krach Sterne in den Himmel malen.

Das Werkeln mit Schwarzpulver will gelernt sein. Der 42-Jährige ist als Fachkraft für Arbeitssicherheit beim Landkreis beschäftigt und schon damit rein beruflich auf der sicheren Seite.

Im Prinzip kam der Homberger über die Feuerwehr zu dem Hobby. Eigens dafür absolvierte er eine Ausbildung zum Behördenpyrotechniker, bei der er die Hintergründe des Umgangs mit Sprengstoff zur Darstellung von Schäden lernte und fing dann noch einmal ganz anders Feuer. „Das Feuerwerken ist aufregend und macht mir einfach Spaß“, sagt er. Vor fünf Jahren ließ er sich ausbilden, um Höhen-Feuerwerke zünden zu dürfen. Dafür besuchte er 26 Wochenendkurse und legte vor dem Regierungspräsidium eine Prüfung ab.

Kleine Bomben

Für das bunte Spektakel am Sonntag werden 250 bis 300 Feuerwerkskörper in die Luft gejagt. Die Zündkörper sehen übrigens nicht aus, wie die zu Silvester im Handel käuflichen Produkte, sondern wie kleine Bomben.

Das Glitzerwerk wird vorher auf dem Computer simuliert, viel Erfahrung der Techniker fließt mit ein. „Das hat man mit der Zeit im Blut“, sagt Röse. Man kenne die Effekte und deren beste Kombination. Er nennt Brokatblinker und Dahlienbomben, Smileys und Herzen werden zu sehen sein. Pfingstrosen könnten der Höhepunkt zum krönenden Abschluss sein.

Wie es dann am Ende genau aussehen wird, kann er noch nicht einmal sagen: „Ich sehe das Feuerwerk ja selbst nicht.“ Die Techniker seien so mit dem Zünden beschäftigt, dass sie das Spektakel nicht verfolgen könnten. Glücklich seien er und seine Kollegen, wenn es am Ende einen kräftigen Applaus gebe.

Gewinne erziele er nicht mit dem Hobby, das sei für ihn Spaß. So kommt auch die Familie in der Feuerwerksaison oft mit zu den Festen in der Region, wo der Vater zweier Kinder seinem lauten Hobby nachgeht. Das Gelände am Schlossberg ist am Sonntagabend ab 20 Uhr komplett gesperrt aus Sicherheitsgründen. Lars Röse lässt auch kleinere Feuerwerke für Geburtstage oder Hochzeiten steigen.

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