Neuartiges Projekt startet mit Verzögerung

Corona bremst Pioniere aus: Homberger Summer of Pioneers wird verschoben

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Will Großstädtern bald ein zu Hause auf Zeit bieten: Beim Sommer of Pioneers sollen junge Menschen ein halbes Jahr lang in Homberg leben und arbeiten.

Der Summer of Pioneers sollte junge Menschen für ein halbes Jahr von der Großstadt nach Homberg holen. Gemeinsam auf dem Marktplatz leben und arbeiten – das Projekt mit 20 Kandidaten sollte im Mai an den Start gehen. Jetzt muss es wegen des Coronavirus verschoben werden.

„Es ist ärgerlich. Aber einfach so kann man das nicht weiter durchziehen“ sagt Jonathan Linker von der Gründerinitiative Homeberger. Er hat das Projekt gemeinsam mit dem Berliner Journalisten Frederik Fischer in Homberg initiiert. Nach derzeitigem Stand sollen die jungen Großstätder also im Juni nach Homberg ziehen.

Alle hofften nun darauf, dass der Summer of Pioneers, bei dem junge Menschen aus der Großstadt ein halbes Jahr lang in Homberg arbeiten und neue Ideen und Konzepte für die Stadt entwickeln sollten, stattfinden könne – und dann auch noch alle Bewerber daran teilnehmen möchten. „Es ist eine herausfordernde Situation für uns alle“, berichtet Frederik Fischer. 48 junge Menschen aus ganz Deutschland haben sich dafür beworben, in Homberg zu leben und zu arbeiten. 20 von ihnen sollen in dieser Woche für das Projekt ausgewählt werden, berichtet Fischer.

Zum Auftakt stand ein gegenseitiges Kennenlernen der Bewerber, Organisatoren und der Stadt auf dem Programm. Das mussten Linker, Fischer und Bürgermeister Dr. Nico Ritz umplanen: So wurde aus einem Treffen von Angesicht zu Angesicht eines, das – passend zum Projekt-Thema – ausschließlich virtuell stattfand.

Ursprünglich wollten Johnathan Linker und Bürgermeister Dr. Nico Ritz am Wochenende mit dem Smartphone durch die Stadt laufen, um per Live-Schaltung den künftigen Arbeitsplatz und die Wohnungen zu zeigen. Es war eine Premiere. „Das haben wir so auch noch nicht gemacht“, sagt Fischer.

Ganz nach Plan habe das nicht funkioniert – es kam, wie vor dem Wochenende befürchtet: „Wir hatten Netzprobleme. Die Leitungen waren sehr schlecht“, sagt Linker. Selbst in Berlin habe keine stabile Leitung hergestellt werden können. Ein Stadtrundgang war nicht möglich.

Jetzt wollen die Organisatoren die Stadtführung auf Video aufnehmen. Und die Bewerber können sich so doch noch ihr ganz eigenes Bild von Homberg machen.

Neue Ideen für die Region

Beim Sommer of Pioneers soll der Homberger Marktplatz in diesem Sommer zu einem Campus für Menschen aus der Großstadt werden, die zum Arbeiten ausschließlich einen Internetanschluss benötigen (HNA berichtete). Sie tauschen das Leben in urbanen Zentren gegen das Leben auf dem Land. Die Stadt stellt ihnen für einen geringen Kostenbeitrag Wohnungen zur Verfügung, gearbeitet wird ein einem Gemeinschaftsbüro, dem sogenannten Coworking Space. Im Gegenzug sollen sich die jungen Pioniere in der Region einbringen. Mit welchen Ideen und Konzepten, ist offen.

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