Homberg

Sonderweg in der Corona-Krise: Schule in Hessen hebt Maskenpflicht auf

Die Erich-Kästner-Schule in Homberg hat die Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasen-Maske aufgehoben.
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Die Erich-Kästner-Schule in Homberg hat die Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasen-Maske aufgehoben.

Die Erich-Kästner-Schule in Homberg stellt sich mit einem neuen Konzept gegen die Corona-Verordnung des Landes Hessen. Doch die Landesverwaltung hat kein Problem damit.

  • wegen der Corona-Pandemie schreibt die Landes-Hygieneverordnung in ganz Hessen eine Maskenpflicht in Schulgebäuden vor
  • Schule in Homberg verzichtet auf die verordnete Maskenpflicht in Klassenzimmern und Gängen
  • Besonderes Konzept ist mit den zuständigen Behörden abgestimmt

Homberg - Während für zahlreiche Schüler aufgrund der Corona-Pandemie die Schule mit dem Tragen einer Mund-Nasen-Maske begonnen hat, hat wurde an der Erich-Kästner-Schule (EKS) in Homberg (Hessen) die Maskenpflicht aufgehoben.

Die Erich-Kästner-Schule (EKS) in Homberg geht diesen Weg ohne Masken ganz legal. Der Hygieneplan des Landes Hessen lässt das in seiner neuesten Verordnung zu.

Corona in Hessen: Schule hat Erlaubnis des Landes

„In Schulen (Schulgebäude und -gelände) ist, mit Ausnahme des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Diese Pflicht kann durch Entscheidung der Schulleiterin oder des Schulleiters nach Anhörung der Schulkonferenz ganz oder teilweise ausgesetzt werden“, heißt es im Corona-Hygieneplan für jede Schule in Hessen vom 12. August.

Diese Möglichkeit nutzt die EKS nun nach Absprache mit Gesundheitsamt und Schulkonferenz. „Alle wichtigen Institutionen wurden an der Entscheidung beteiligt“, so Schulleiter Dieter Goldmann auf HNA-Anfrage. „Wir haben das auf breite Füße gestellt.“

Dieter Goldmann, Schulleiter der Erich-Kästner-Schule in Homberg (Hessen).

An der Haupt- und Realschule im nördlichen Hessen müssen die Schüler demnach auch auf dem Weg zu den Klassenräumen und in den Pausen trotz Corona-Gefahr keine Gesichtsmaske tragen. Möglich werde das, weil die Kinder und Jugendlichen mit ihrer Klasse nur in einem Raum unterrichtet werden. Lediglich die Lehrer würden die Räume wechseln, berichtet Goldmann. „In den Pausen können wir jeder Gruppe einen eigenen Bereich stellen.“

Corona in Hessen: Klassen treffen in der Schule nicht aufeinander

Dazu habe die Schule die Pausenzeiten etwas verlängert, Lehrer würden sich darüber hinaus in den einzelnen Stockwerken untereinander absprechen. Erst wenn eine Klasse ihre Pause beendet habe, würde die nächste Gruppe in die Pause gehen. „Dabei werden die Schüler von den Lehrern nach draußen und wieder nach drinnen begleitet“, sagt der Schulleiter.

Lediglich, wenn ein Schüler außerhalb dieser geplanten Zeiten aus dem Klassenraum – etwa zur Toilette – müsse, sei wegen der Corona-Ansteckungsgefahr eine Maske zu tragen. Der Schulleiter steht hinter der Entscheidung, die auch das Gesundheitsamt für den Schwalm-Eder-Kreis (Hessen) abgesegnet hat. „Die Diskussion war nicht einfach.“

Corona in Hessen: Schule hofft, Maskenpflicht lange umgehen zu können

Schüler müssten Corona-Stoffmasken ständig wechseln, nach einer Schulstunde sei eine Maske durchfeuchtet, das verlangte Händewaschen mit 30 Schülern an einem Waschbecken problematisch, wenn gleichzeitig noch Unterricht stattfinden soll. Auch das Essen und Trinken in den Pausen sei mit einer Maskenpflicht nicht möglich.

Mit dem Konzept der Schule, das Begegnungen der Schüler aus unterschiedlichen Klassen verhindern soll, hofft die EKS, trotz weiterhin bestehender Corona-Gefahr die Maskenpflicht weiterhin aussetzen zu können.

Wichtig: Klassen dürfen in der Schule nicht aufeinandertreffen

Die Schulleitung der Erich-Kästner-Schule (Hessen) habe ein Konzept vorgelegt, bei dem sich der jeweilige Klassenverband vollständig separiert bewege, sowohl im Schulgebäude als auch in den Pausenzeiten, so der Schwalm-Eder-Kreis. Auf mögliche Aerosolbildung im Schulgebäude sei durch das Gesundheitsamt hingewiesen worden, dies werde aber regelmäßig gelüftet. So soll die Übertragungsgefahr von Corona minimiert werden.

„Das ist somit vertretbar“, teilt der Landkreis mit. Wichtig sei, dass die Klassenverbände bei Einhaltung des Konzeptes nicht aufeinandertreffen und sich nicht vermischen. Es gebe bereits von mehreren Schulen Anfragen für ähnliche Konzepte. Das Gesundheitsamt sei beratend tätig. Die jeweilige Entscheidung obliege der Schulleitung. 

Von Chantal Müller

In der Corona-Pandemie bereiten sich die Schulen in Hessen sich auf das neue Schuljahr vor. Die Maskenpflicht in den Schulen wurde beschlossen. Und es gibt noch eine Vielzahl von weiteren Regeln.

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