Erlass regelt den Besuch in den Häusern

Schornsteinfeger dürfen weiter arbeiten

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Er sorgt für Sicherheit: Auch in Zeiten von Corona klopft der Schornsteinfeger an die Tür. Sein Einsatz soll Kaminbrände verhindern. (Symbolbild)

Wer sich wundert, das derzeit der Schornsteinfeger klingelt, um den Kamin zu kehren, der sollte wissen:

Schornsteinfeger haben einen gesetzlichen Auftrag, der derzeit laut Erlass auch in Coronazeiten nicht ausgesetzt wird. Ausnahmen werden aber gemacht. Dennoch gibt es Kritik an den Besuchen in den Häusern.

Leserin Alexandra Faupel aus Kerstenhausen ist darüber derart erbost, dass sie das Gesundheitsamt kontaktiert hat. Die 30-Jährige hat Diabetes Typ 1 und ist damit Risikopatientin.

Alexandra Faupel, Risikopatientin

„Ich gehe nicht aus dem Haus und lasse mir alles einkaufen. Und dann höre ich von meinen Eltern, dass der Schornsteinfeger zurzeit von Haus zu Haus geht.“ Das ist für die 30-Jährige unverständlich. „Die kommen doch mit ganz vielen Menschen in Kontakt.“ Das sei nicht sinnvoll derzeit.

Überraschender Besuch des Schornsteinfegers

Dennoch war der Schornsteinfeger in Fritzlar bei ihren Eltern, die namentlich nicht genannt werden wollen. Der Vater habe COPD und sei ebenso hochgradig gefährdet. Die Eltern seien von dem Besuch des Schornsteinfegers überrascht worden und hätten ihn dann doch noch ins Haus gelassen, obwohl sie verunsichert gewesen seien. Zudem habe er nicht einmal eine Schutzmaske getragen, das sei unverantwortlich.

Der Obermeister der Schornsteinfegerinnung Michael Maurer aus Niederzwehren hat bereits zahlreiche Anfragen besorgter Menschen zu diesem Thema. Er könne verstehen, dass der Besuch des Schornsteinfegers in diesen Tagen viele Menschen irritiere.

Michael Maurer, Schornsteinfeger-Obermeister

„Die Angst, sich anzustecken ist groß, auch unter den Kollegen.“ Doch die Arbeit des Schornsteinfegers sei wichtig, denn sie diene dazu, Brände zu verhindern. „Wir befinden uns noch in der Heizperiode“, sagt er. Gerade das Kaminsäubern sei eine wichtige Aufgabe. Es gebe einen Erlass des Ministeriums, dass Schornsteinfeger ihren Aufgaben auch in Coronazeiten nachgehen müssen. „Wir haben eine klare Daseinsfürsorge“, sagt er.

„Wir müssen dem Brandschutz und der Betriebssicherheit der Heizungsanlagen nachgehen“, sagt er. Dies diene dem Schutz der Menschen.

Coronakrise: Ausnahmen für Schornsteinfeger

Allerdings machen die Schornsteinfeger derzeit zahlreiche Ausnahmen, sagt Obermeister Maurer. Risikopatienten oder Menschen in Quarantäne und sogar solche mit sehr großer Angst könne man zu einem späteren Zeitpunkt besuchen. Viele Menschen sagten dem Schornsteinfeger in diesen Tagen ab. Fristen würden zurückgestellt.

Dabei sei das Vorgehen der Schornsteinfeger in den einzelnen Bezirken sehr unterschiedlich. Manche kündigten ihren Besuch schriftlich an, andere kämen spontan vorbei. Das sei ein ortsübliches Vorgehen. Daher könne er verstehen, dass sich einige überrumpelt fühlten, wenn man vor der Tür stehe. Die Mitarbeiter müssten auch zum eigenen Schutz Abstände einhalten und sich regelmäßig die Hände waschen.

Arbeit dient dem Schutz

Maurer: „Die Arbeit, die jetzt nicht gemacht wird, muss nachgeholt werden.“ Man könne den Schornsteinfegern nicht absagen. Nach der Krise käme viel auf sie zu. Da deren Aufgaben dem Schutz dienten, gehe er nicht davon aus, dass der Betrieb generell eingestellt werde.

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