Einkaufen wird zur sauberen Sache

Anonymer Spender hilft Homberger Rewe-Markt in Coronavirus-Not 

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Kai Mohr hat Grund zur Freude: Ein anonymer Spender hat dem Homberger Rewe-Markt Desinfektionsmittel geschenkt, damit sich dort Kunden und Mitarbeiter schützen können. 

 In Homberg hilft ein Spender einem Rewe-Markt mit Desinfektionsmitteln aus. 

In diesen Zeiten sind jeden Tag 2500 Kunden im Rewe-Markt in Homberg im Schwalm-Eder-Kreis unterwegs. Trotz Coronavirus: Sie alle fassen Einkaufswagen und Lebensmittel an, der Hilferuf nach Desinfektionsmittel für die Mitarbeiter wurde erhört: Ein anonymer Spender gab zehn Liter davon. 

Das hätte Kai Mohr nicht zu hoffen gewagt: Am Mittwoch hatte der Leiter des Homberger Rewe-Marktes bei Facebook eine Bitte gepostet: Wer immer Desinfektionsmittel übrig habe, möge es doch bitte dem Markt überlassen – dort kaufen in diesen Zeiten jeden Tag 2500 Kunden ein.

Trotz Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis: Alle fassen alles an

Sie alle fassen Einkaufswagen, Verpackungen, Lebensmittel an. Mohr hatte Desinfektionsständer an jeder Kasse im Rewe-Markt in Homberg im Schwalm-Eder-Kreis aufstellen wollen, schon vor 14 Tagen alles bestellt, doch zu spät: Die Lieferzeit beträgt aufgrund der Coronavirus-Krise aktuell sechs Monate, berichtet er. 

Sein Vorrat gehe in diesen Tagen zu Ende, schrieb er bei Facebook und fragte: „Wer kann mir Händedesinfektionsmittel und Spender besorgen? Meine Mitarbeiter werden es euch danken!“ Zuvor hatte er alle erdenklichen Kontakte genutzt, überall angefragt, doch rasch erkannt, dass die Chancen, in diesen Tagen der Coronavirus-Panik Desinfektionsmittel zu ergattern, gegen Null gehen.

Doch, siehe da: Keine 24 Stunden nach seinem Aufruf später hatte er tatsächlich das, was er sich gewünscht hatte. Ein Spender, der aber nicht namentlich genannt werden möchte, brachte Mohr gleich zwei Fünf-Liter-Kanister Desinfektionsmittel vorbei.

Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis: 10 Liter Desinfektionsmittel

Der zeigte sich hoch erfreut, denn in diesen Tagen der Coronavirus-Angst kaufen so viele Menschen so viel wie nie zuvor im Rewe in Homberg im Schwalm-Eder-Kreis ein. Verbrauchten die Kunden anfangs einen Liter Desinfektionsmittel, so steigt der Verbrauch täglich: „Die Leute nehmen das Angebot an – sie erkennen immer mehr, wie wichtig es ist, sich und andere zu schützen.“ 

Die anderen, das sind auch die 70 Mitarbeiter, die im Homberger Rewe-Markt sechs Tage in der Woche in Voll- und Teilzeit Lebensmittel und Getränke verkaufen, mit tausenden Menschen in Kontakt sind, Geld annehmen und ausgeben, nette Worte wechseln. Und die sich auch in diesen stressigen Zeiten nicht krankmelden. 

Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis: Kein Mitarbeiter macht blau

„Von meinen Leuten ist noch kein einziger wegen des Coronavirus und aus Angst zu Hause geblieben“, sagt Mohr. „Wir sind weiter für unsere Kunden da.“ Die Kassiererinnen arbeiten im Rewe in Homberg im Schwalm-Eder-Kreis neuerdings hinter einer Glasscheibe, die die Ansteckungsgefahr verringern soll.

Das soll auch der vermehrte Einsatz von EC-Karten erreichen: Bis vor Kurzem habe sich der Anteil der Kunden, die bar oder per Karte bezahlt haben, die Waage gehalten. Jetzt seien es schon 80 bis 90 Prozent, die bargeldlos und damit auch kontaktlos bezahlten.

Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis: Kunden sind dankbar

Was sich auch geändert habe: So mancher Kunde erkenne, dass es alles andere als selbstverständlich sei, dass Mitarbeiter von Supermärkten weiterhin, trotz Coronavirus-Gefahr im Einsatz seien. „Die Menschen loben mehr, sagen viel häufiger Danke. Das tut gut.“

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