Homberg: Hermann-Schafft-Schule

Die Hermann-Schafft-Schule in Homberg erhält einen Anbau für seh- und hörgeschädigte Kinder

Das historische Gebäude der Hermann-Schafft-Schule bekommt einen Anbau: von links Schulleiter Dietmar Schleicher, Kerstin Langwisch, Dieter Schütz, Joachim Baier und Bürgermeister Nico Ritz setzten sich dafür ein.
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Das historische Gebäude der Hermann-Schafft-Schule bekommt einen Anbau: von links Schulleiter Dietmar Schleicher, Kerstin Langwisch, Dieter Schütz, Joachim Baier und Bürgermeister Nico Ritz setzten sich dafür ein.

Die Homberger Hermann-Schafft-Schule wird ab Januar weiter ausgebaut. Zunächst entsteht ein Anbau am historischen Schulgebäude, dann wird das denkmalgeschützte Haus selbst saniert.

Homberg – 100 hör- und sehgeschädigte Kinder der Sekundarstufe sollen im neuen Komplex unterrichtet werden. Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen als Träger investiert 7,8 Millionen Euro, davon 4,6 Millionen in den Neubau. Es fließen 514 000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm ein.

Der Anbau wird vier- und dreigeschossig errichtet, sagt Kerstin Langwisch vom Baumanagement des LWV. Herzstück des neuen Gebäudes wird das Zentrum für selbstständiges Lernen, in dem die Schüler digitale Lernmethoden und Plattformen nutzen. Dafür stehen dann Tablets und Präsentationstafeln zur Verfügung. Eine neue Caféteria ist ebenfalls geplant.

„In dem Gebäude sollen alle seh- und hörbehinderten Schüler der Sekundarstufe 1 gemeinsam untergebracht werden“, sagt Schulleiter Dietmar Schleicher. Das ist bisher nicht der Fall. Und dabei doch so wichtig, sagt der Schulleiter – für Freundschaften und gemeinsame Projekte ebenso wie für die Schulvertretungsarbeit.

Derzeit sind die Kinder in vielen Häusern auf dem Schulgelände verteilt. Nach Abschluss der Arbeiten werden deshalb zwei Häuser frei. Eines wird nicht weiter genutzt, ein anderes will die Stadt Homberg übernehmen.

Den Klassenräumen sind Differenzierungszimmer zugeordnet, die eine individuelle Förderung in Kleingruppen ermöglichen. Spezielle Anforderungen gibt es bei der Raumgestaltung: Die hörgeschädigten Kinder benötigten eine besondere Akustik, zudem spiele die Beleuchtung der Räume für den Unterricht der sehgeschädigten Kinder eine große Rolle, sagt Kerstin Langwisch. Darüber hinaus müssten auch viele Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden.

Der Neubau wird deshalb farblich an die Klinkerfassade des Altbaus angepasst und etwas in den Schulhof hineinragen. Mit der Sanierung des Altbaus soll auch das historische Haus barrierefrei werden, in den angrenzenden Neubau wird ein Fahrstuhl integriert. Ein zweiter Rettungsweg wird auf den neuesten Stand gebracht.

Der Rohbau soll im kommenden Herbst stehen, im Herbst 2022 soll er eingeweiht werden. Ende 2023 sollen schließlich alle Arbeiten abgeschlossen sein. „Das neue Gebäude wird die bestmöglichen Lernbedingungen für die beeinträchtigen Kinder bieten“, ist sich LWV-Beigeordneter Dieter Schütz sicher.

Für den Homberger Bürgermeister Dr. Nico Ritz spielt die Hermann-Schafft-Schule eine exponierte Rolle für die Stadt. Es sei nicht selbstverständlich, dass der LWV in diesem Maße in die Schule investiere. „Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft.“

195 Schüler besuchen derzeit die Hermann-Schafft-Schule, davon 139 mit Hörschädigungen und 56 mit Sehbehinderungen. Diese Zahlen zeigten, dass der räumliche Bedarf für die Erweiterung vorhanden sei, so Andreas Blobel vom LVW. (Christine Thiery)

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