Am Homberger Schlossberg stehen Fällarbeiten an

Wald am Burgberg ist krank: Hessen-Forst und Stadt Homberg planen Fällarbeiten

Viele Bäume sind bereits markiert: Auch die mächtige Esche am Fuß des Schlossbergs muss gefällt werden.
+
Viele Bäume sind bereits markiert: Auch die mächtige Esche am Fuß des Schlossbergs muss gefällt werden.

Der Homberger Schlossberg wird ab Herbst anders aussehen: Das Forstamt Neukirchen und die Stadt Homberg planen dort für Oktober zahlreiche Fällarbeiten.

Homberg – Die Fällarbeiten sind aus Sicherheitsgründen nötig, sagt Florian Koch, Leiter des für Homberg zuständigen Forstamts in Neukirchen. Denn viele Bäume, die am steilen und weithin sichtbaren Basaltkegel stehen, leiden massiv unter der Trockenheit der nun drei aufeinander folgenden Hitzesommer: Sie sterben gerade ab oder sind bereits tot. Die Gefahr, die damit von trockenen Ästen für Wanderer und Spaziergänger ausgeht, ist damit groß. Die geplanten Fällarbeiten sollen dafür sorgen, dass die Verkehrssicherheit am Schlossberg wieder hergestellt wird.

Denn die ist zurzeit nicht gegeben: Schon seit dem Frühjahr sind viele Wanderwege durchs dichte Grün gesperrt, der Burgberg ist seitdem nur über die asphaltierte Straße zu erreichen.

Die Trockenheit und Sturm Friederike hatten manchen Baum derart geschädigt, dass er nicht überleben kann: Zumindest nicht am Schlossberg, dem steilen und steinigen Berg, der nur wenig Wasser speichern und wenig guten Boden bieten kann.

Bereits vor vier Jahren beschäftigte das große Eschensterben am Burgberg Forstamt und Stadt. Jetzt aber seien alle Baumarten betroffen, sagt Florian Koch: Eschen, Ulmen, Birken, Bergahorn seien gleichermaßen krank, auch die Buchen litten massiv unter den klimatischen Bedingungen.

In der Vergangenheit seien viele Wege gesperrt und von Fachleuten tote Äste aus den trockenen Baumkronen geholt worden. Doch das sei kein Konzept, um die stark bewaldete und 13 Hektar große Fläche dauerhaft zu sichern.

Zudem handelt es sich beim Wald am Schlossberg nicht um einen Wirtschaftswald, sondern um ein Erholungsgebiet. „Dort steht nicht die Holzproduktion im Fokus, sondern Stabilität, Sicherheit, Artenreichtum und Erlebniswert“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Gerade deshalb sei die Sicherung der Wege für Spaziergänger von besonderer Bedeutung.

Trockene Bäume am Schlossberg

Wer aufmerksam auf den Wald am Homberger Schlossberg schaut, sieht es sofort: Viele der Baumkronen, die da dicht an dicht am Hang stehen, haben trockene kahle Kronen. Auf den zweiten Blick wird das Ausmaß der Schäden noch deutlicher: Denn das Laub an manchem grünen Baum stammt nicht etwa von ihm selbst, sondern von den dicken Efeuranken, die sich um den Stamm winden. Ein großer Teil des Waldes am Berg ist krank, trocken, tot: Das Forstamt Neukirchen plant deshalb Fällarbeiten, die das Aussehen des Basaltkegels nachhaltig verändern werden.

Betroffen sind Eschen, Ulmen, Birken, Buchen – und selbst die Schwarzkiefer, die aus dem Mittelmeerraum stammt, an Trockenheit gewohnt und eher anspruchslos ist. Die trockenen und kranken Bäume unter ihnen werden im Herbst fallen, denn von ihnen gehen Gefahren für Spaziergänger aus. Die Stadt Homberg kommt damit ihrer Verkehrssicherungspflicht nach, die sie fürs Naherholungsgebiet hat. Ein Großteil der Wanderwege dort ist seit Wochen gesperrt, da die Gefahren, die von den absterbenden Bäumen ausgehen, groß sind.

Die Baumfällarbeiten beginnen im Herbst, wenn die Bäume das Laub abgeworfen haben, damit die Holzfäller rechtzeitig trockene Äste erkennen können, die ihnen aus den Kronen entgegen fallen könnten, sagt Neukirchens Forstamtsleiter Florian Koch. Unter vielen der zum Fällen markierten Bäumen stehe bereits die neue Generation in den Startlöchern.

Doch müssen sich die Besucher auf ein verändertes Bild einstellen. Denn das Forstamt will nicht jeden Stamm aus dem Wald holen, es wird viel Holz als Lebensraum für Tiere, Pilze, Insekten liegen lassen. Deshalb wird das Gebiet am Schlossberg vorerst keinesfalls so ordentlich wirken, wie es die Besucher von Wirtschaftswäldern gewohnt sind, in denen jeder Stamm entnommen und verwertet wird. Doch das ist wegen der wenigen steilen Wege am Berg schwierig und auch kostenintensiv, auch deshalb werde ein nennenswerter Anteil an Holz, Kronen und Reisig im Wald verbleiben. Spätestens aber im Frühjahr, verspricht Koch, werde die Naturverjüngung zu sehen sein, die bereits auf der gesamten Fläche stehe. (Claudia Brandau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.