Bei DKMS registriert

Lebensretter für eine Fremde: Homberger spendet Knochenmark an Todkranke

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So sieht die Stammzellenspende aus: Benjamin Dillenberger musste für die Knochenmarkspende nicht operiert werden. Ihm wurde stattdessen Blut abgenommen.

Er ist ein Lebensretter: Der Homberger Benjamin Dillenberger spendete sein Knochenmark einer Todkranken.

Wann genau er Mitglied bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei wurde, das weiß Benjamin Dillenberger nicht mehr. Aber er weiß: Es war die richtige Entscheidung. 

So konnte der Homberger Stammzellen spenden und damit einer todkranken Frau möglicherweise das Leben retten.

Anruf erreichte Benjamin Dillenberger auf dem Spielplatz

Benjamin Dillenberger war mit seinen Kindern auf dem Spielplatz, als der Anruf kam – und es war der Ort, an dem der Homberger seine Zusage gab. Benjamin Dillenberger hat einer todkranken Frau über die Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sein Knochenmark gespendet. Und ihr damit vielleicht sogar das Leben gerettet. Jetzt will er Menschen motivieren, sich ebenfalls registrieren zu lassen.

Knochenmarkspende war für den Homberger selbstverständlich

„Ich war der Einzige, der noch etwas machen konnte. Also habe ich nicht lange gezögert“, sagt der 34-Jährige, der bis zur Nachricht der DKMS gar nicht mehr wusste, dass er überhaupt als Spender registriert war. „Ich habe denen wohl irgendwann mal das Stäbchen mit dem Abstrich geschickt.“ Trotzdem hat der Familienvater nicht lange überlegt. „Dieser Mensch hat sonst keine andere Chance auf eine Heilung mehr“, sagt er.

Für den 34-Jährigen folgten Termine zur Blutabnahme, zur Voruntersuchung, jede Menge Fragebögen und einige Spritzen. Für ihn sei das aber kein großer Aufwand gewesen, betont Dillenberger. Denn die DKMS schickt möglichen Spendern alle nötigen Materialien fertig zu. Zur Blutentnahme etwa musste nur ein Termin beim Hausarzt vereinbart werden.

Knochenmarkspende über das Blut

Dillenberger hat Knochenmark über sein Blut gespendet. „Es war keine Operation nötig“, erzählt er. Spätestens zu diesem Zeitpunkt seien all seine Zweifel und Ängste verschwunden: „Wenn überhaupt welche da waren.“

Fünf Tage vor dem Eingriff im Krankenhaus begann die Behandlung mit Spritzen, zwei Mal täglich eine. Ganz spurlos ist das aber nicht an ihm vorüber gegangen: „Man liegt schon flach. Das ist wie eine Grippe.“

Die Spritzen sollen dem Körper einen Infekt vorgaukeln, damit mehr Stammzellen freigegeben werden. Etwa fünf bis sechs Tage hätte er überstehen müssen. Nichts im Vergleich zu seiner Empfängerin, findet Dillenberger: „Sie hat null Chance zu überleben. Ihr ging es wohl deutlich schlechter als mir.“

Als es für den Vater zweier Kinder dann nach Frankfurt zur Spende ging, musste der Homberger vor allem geduldig sein. Fünf Stunden lang war er an einer Maschine angeschlossen, die ihm Blut abnahm, die Stammzellen herausfilterte und das Blut wieder in den Körper des 34-Jährigen zurückpumpte. Für Zeitvertreib sorgte ein Fernseher. Dillenbergers Spende wurde im Anschluss direkt von einem Kurier zum Flughafen gebracht.

Dillenberger will Aufklären über die DKMS und die Knochenspende

Ob die Frau, die seine Stammzellen erhält, durch seine Spende gerettet werden kann, weiß Dillenberger nicht. Erst in einem halben Jahr wird er darüber informiert. Nun möchte der 34-Jährige Aufklärungsarbeit betreiben. Über die DKMS und über die Knochenmarkspende. Es sei wichtig, zu tun, was man kann, sagt er.

Benjamin Dillenberger ist zwar möglicherweise ein Lebensretter. Anerkennung will er dafür aber nicht, das spürt man. „Ich habe kein großes Opfer gebracht. Ich habe nur ein bisschen ferngesehen.“

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